Entwarnung auch in Leverkusen und Berlin
Kein Milzbranderreger in Wiesbaden

Einen Tag nach dem Fehlalarm wegen des Verdachts auf einen Bio-Waffenanschlag in Wiesbaden hat die Polizei am Freitag nach den Tätern gefahndet. "Bisher gibt es keinerlei Hinweise", sagte Polizeisprecher Helmuth Klinger am Freitag.

ap WIESBADEN. Die Polizei gehe von einem kriminellen Trittbrettfahrer aus. Die 16 Personen, die mit den zehn Briefumschlägen in Berührung gekommen waren, seien gleich nach der ersten Entwarnung gegen 00:30 Uhr aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bei dem Fehlalarm seien rund 200 Feuerwehrleute und rund 100 Polizisten im Einsatz gewesen. Die Kosten des Einsatzes betrügen rund 100 000 Mark, sagte Klinger. Ein Sprecher des hessischen Innenministeriums hatte am frühen Freitagmorgen mitgeteilt, dass die Untersuchungsergebnisse endgültig negativ ausgefallen seien. Klinger sagte, die Polizei werde alles Mögliche versuchen, um den oder die Täter zu fassen. Der Briefumschlag werde auf Fingerabdrücke überprüft. Zudem untersuche die Polizei die Klebestreifen der Umschläge auf Speichelreste für eine DNA-Analayse. "Das ist kein Lausbubenstreich gewesen, da sind wir in eine andere Größenordnung geraten", sagte Klinger. 16 Menschen hätten 16 Stunden unter Quarantäne im Krankenhaus verbringen und Geschäfte hätten geschlossen werden müssen.

In Wiesbaden waren zehn Briefe mit der Aufschrift "Dschihad beginnt" (Der Heilige Krieg beginnt) und der Absenderangabe "Der Milzbranderreger" vor Institutionen und Dienstleistungsbetrieben entdeckt worden. Nach Angaben von Oberbürgermeister Hildebrand Diehl wurde eine eingehende chemische und kriminaltechnische Prüfung der Umschläge und der darin gefundenen Papierschnipsel vorgenommen.

Auch die Leverkusener Polizei gab Entwarnung: Der am Donnerstag bei der Bayer AG eingegangene anonyme Brief sei völlig harmlos gewesen, teilte die Polizei mit. Das habe eine Untersuchung in einem Kölner Institut ergeben. Der Brief war an eine Werksangestellte gerichtet und trug keinen Absender. In dem Brief fand die Frau eine in einer Folie eingeschweißte Substanz. Dabei habe es sich um Reste menschlicher Hornhaut gehandelt, teilte die Polizei mit.

In Berlin hatte die Gesundheitsverwaltung des Senats am Donnerstagnachmittag bestätigt, auch die abschließenden Analysen an zwei am Mittwoch gefundenen Briefen hätten keine Hinweise auf Milzbrand- oder andere Krankheitserreger ergeben.

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