Entwarnung für Ortschaften und Siedlungen
Verheerende Waldbrände an der Costa Brava

dpa GERONA. Verheerende Waldbrände haben an der Costa Brava im Nordosten Spaniens zu einer Umweltkatastrophe geführt. Die Bewohner und Urlauber der Gegend sind aber mit einem Schrecken davongekommen. Die Flammen vernichteten nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE ein Drittel der Fläche des Naturparks Cap de Creus. Insgesamt fielen mehr als 6 300 Hektar Wald- und Buschland den Flammen zum Opfer. Am Montag stoppten die Löscheinheiten den Vormarsch der Flammen und brachten die Feuer größtenteils untere Kontrolle.

Menschen kamen bei den Bränden in der Gegend um den Badeort Rosas nicht zu Schaden. Rund 3 000 Einheimische und Touristen mussten aber die Nacht zum Montag in Turnhallen verbringen. Am Sonntag hatten bis zu 15 000 Bewohner und Urlauber zeitweise ihre Häuser und Ferienwohnungen in der Gegend verlassen. Mehrere Campingplätze und ein Hotel mit 300 Gästen wurden vorsorglich geräumt. Einzelne Bewohner weigerten sich jedoch, ihre Ferienhäuser zu verlassen. Sie verteidigten ihr Eigentum selbst mit Wassereimern und Gartenschläuchen gegen die Flammen. Die Hotels und Ferienanlagen der großen deutschen Reiseunternehmen waren von den Bränden nicht betroffen.

Die Feuerwehren verhinderten, dass die Feuer den berühmten Urlauberort Cadaques erreichten. In dem idyllischen Küstenstädtchen hatte lange Zeit der Künstler Salvador Dali (1904-1989) gelebt. "Es sind keine Ortschaften und Siedlungen mehr in Gefahr", sagte der Innenminister der autonomen Regierung von Katalonien, Xavier Pomes. Der teilweise niedergebrannte Park Cap de Creus gilt als ein "Juwel des Naturschutzes". Er umfasst ein karges Bergland und einen Küstenstreifen am Meer.

In Rosas konnten die Löschmannschaften das Flammenmeer erst unmittelbar am Rande der Kleinstadt stoppen. In einzelnen Orten waren am Sonntag Einheimische und Urlauber wie in Panik an die Strände gelaufen, um sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Ein starker Wind aus den Bergen fachte die Brände immer wieder neu an und erschwerte die Löscharbeiten. In der Kleinstadt Llanca, die zeitweise von den Bränden fast eingekreist war, griffen die Flammen auf den Friedhof über.

Die Region Katalonien hatte alle verfügbaren Feuerwehreinheiten mobilisiert und Verstärkung aus Frankreich sowie aus Madrid, Saragossa und Valencia erhalten. 70 Löschfahrzeuge und mehr als 20 Flugzeuge waren im Einsatz. Die Feuerwehr konzentrierte sich vor allem darauf, ein Übergreifen der Flammen auf Orte und Feriensiedlungen zu verhindern. Die Gegend war in dichte Rauchwolken gehüllt. Überall herrschte Brandgeruch. Viele Passanten hielten sich Tücher vor das Gesicht, um sich vor dem Rauch zu schützen.

Die Ursache der Waldbrände war nicht klar. Der Innenminister sagte, die Brände seien von einem Bauern ausgelöst worden, der trotz der Trockenheit und des Windes seine Stoppelfelder angesteckt hatte. Demgegenüber führten lokale Behörden die Feuer auf Brandstiftung zurück. Die Brände seien an drei verschiedenen Stellen ausgebrochen. Auf der zunächst gesperrten Bahnlinie zwischen Barcelona und der französischen Grenze verkehrten am Montag wieder Züge. Auch ein Teil der Fernstraßen wurde frei gegeben.

Das Brandgebiet liegt im äußersten Norden der Costa Brava und damit weit entfernt von den großen Urlauberzentren wie Tossa de Mar, Lloret de Mar oder Blanes. Der Reiseveranstalter TUI teilte mit, die Brände tobten in großer Entfernung von den Hotels und Ferienwohnungen, die TUI im Badeort Rosas unter Vertrag habe. "Unsere Gäste sind von den Bränden weder gefährdet noch beeinträchtigt", sagte ein TUI-Sprecher am Montag. Der Condor-Neckermann-Konzern in Oberursel wies darauf hin, dass seine Ferienanlagen ebenfalls nicht betroffen seien. Auch seien Gäste nicht in Mitleidenschaft gezogen worden und hätten sich auch nicht beschwert, sagte eine Sprecherin.

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