Entwarnung nach Drohung in Berlin
Bund richtet Informationsstelle ein

Angesichts der in den USA freigesetzten Milzbrand-Erreger wächst auch in Deutschland die Sorge vor einem möglichen biologischen Terror-Anschlag. Die Bundesregierung kündigte am Mittwoch in Berlin die Einrichtung einer "Bundesinformationsstelle biologische Kampfstoffe" an.

ddp BERLIN. Mehrere Länder prüfen Schutzmöglichkeiten gegen eine Bio-Waffen-Attacke. Experten bezweifeln aber, dass Angriffe mit Bio-Waffen wirksam abgewehrt werden können und der Katastrophenschutz darauf vorbereitet ist. Für Angst und Aufregung sorgte am Mittwoch eine Anschlagsdrohung in einem Berliner Möbelkaufhaus. Am Abend wurde aber Entwarnung gegeben.

Die neue Informationszentrale soll beim Robert-Koch-Institut angesiedelt werden, das dem Bundesgesundheitsministerium untersteht, teilte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye mit. Die Zentralstelle soll mit Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten kooperieren sowie Gesundheits- und Innenbehörden bundesweit als Ansprechpartner beim Schutz vor B-Waffen dienen. Heye fügte hinzu, es gebe keine Hinweise auf Bedrohungen durch B-Waffen. Völlig auszuschließen seien derartige Attacken aber nicht.

FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper forderte von der Regierung mehr Geld für den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland. Ein Drittel der Mehreinnahmen aus der Erhöhung von Tabak- und Versicherungsteuer sollte für den Katastrophenschutz bereitgestellt werden. Goetz Neuneck vom Hamburger Institut für Sicherheitspolitik sagte, bei größeren Anschlägen gäbe es für den Zivilschutz ein Problem. Nötig sei eine sehr gut funktionierende Frühwarnung. Neuneck fügte hinzu, es sei für Einzelpersonen äußerst schwierig, ohne Hilfe eines Staates den Milzbrand-Erreger herzustellen.

Anthrax gilt als einer der gefährlichsten Stoffe, die Attentäter verwenden können. Milzbrand-Erreger sind umweltresistent und können lange überleben. In Deutschland gibt es nach Angaben des Bundesamtes für Sera und Impfstoffe keine Impfmittel dagegen. Der aus den USA stammende weltweit einzige Impfstoff gegen Milzbrand-Erreger sei hierzulande nicht zugelassen.

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