Entwarnungen in Deutschland: Entdecker der SARS-Epidemie gestorben

Entwarnungen in Deutschland
Entdecker der SARS-Epidemie gestorben

Der Entdecker der tödlichen Lungenentzündung SARS, Carlo Urbani, ist selbst an dem Schweren Akuten Atemwegssyndrom gestorben. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Samstag in Genf mit. Der 46-Jährige, in Hanoi arbeitende Experte für übertragbare Krankheiten erlag der Krankheit in Thailand.

HB/dpa GENF/PEKING/HAMBURG. In China warteten unterdessen WHO - Experten auf die Genehmigung der Behörden, um in das vermutliche Ursprungsgebiet des Virus zu reisen. In Deutschland bestätigten sich mehrere Verdachtsfälle nicht.

Carlo Urbani, Italiener und verheirateter Vater von drei Kindern, war der erste WHO-Experte, der den Ausbruch der Krankheit an einem amerikanischen Geschäftsmann diagnostizierte. Der US-Bürger war in ein Krankenhaus in Hanoi eingeliefert worden. Durch die Aufmerksamkeit Urbanis gelang es der WHO, Verantwortliche in der ganzen Welt zu alarmieren. Weltweit zählte die WHO bisher 1485 Kranke und 53 Todesfälle. Allerdings wurden die mitgerechneten chinesischen Zahlen mit 800 Kranken und 34 Toten nur bis Ende Februar registriert.

In Deutschland haben sich drei Verdachtsfälle auf SARS nicht bestätigt. Nach einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" (Samstagsausgabe) konnte bei einer 34 Jahre alten Frau, die seit Donnerstag in der Hansestadt behandelt wird, das auslösende Coronavirus nicht nachgewiesen werden. Auch zwei asiatische Patienten in Köln mit Verdacht auf SARS sind offensichtlich nicht an der gefährlichen Infektion erkrankt.

WHO Experten warteten am Samstag in Peking weiter vergeblich auf die Erlaubnis, nach Südchina zu neuen Untersuchungen über die Lungenentzündung zu reisen. Da die WHO davon ausgehe, dass die weltweite SARS-Epidemie in der Südprovinz Guangdong ihren Anfang genommen habe, könnten dort auch Erkenntnisse gefunden werden, die auf die Herkunft des Virus schließen ließen, sagte das deutsche Mitglied des WHO-Teams, der Frankfurter Virologe Wolfgang Preiser.

"Ein neuartiges Krankheitsbild mit einem offensichtlich neuartigen Erreger kommt ja nicht von nirgendwo, sondern hat eine Quelle", sagte Preiser. Der Ursprung lasse sich im Tierreich vermuten. Es könnte sich aber auch um einen mutierten humanen Virus handeln. "Am ehesten kann man dem auf die Spur kommen, wenn man die Infektion bis an ihre Quelle zurückverfolgt", sagte Preiser. Mit dem WHO-Team, das seit einer Woche in Peking die Krankheit untersucht hatte, besuchte der Frankfurter Experte am Samstag noch ein Labor in der Hauptstadt.

Guangdong und Hongkong sind die Zentren der Infektionswelle, die sich in 13 Länder auf 3 Kontinenten verbreitet hat. Die britische Rockgruppe Rolling Stones hat inzwischen aus Sorge vor der Epidemie Konzerte in Hongkong und Auftritte in Schanghai und Peking abgesagt. Auch Carlos Santana sagte ein Konzert am 11. April in Hongkong ab. Die Fluggesellschaften Dragonair und Cathay Pacific erlaubten ihren Flugbegleitern, künftig einen Mundschutz zu tragen, um sich gegen möglicherweise erkrankte Passagiere zu schützen.

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