Entwicklung an der Börse hängt von Dauer des Irak-Konflikts ab: Deutsche Fonds setzen jetzt auf Sicherheit

Entwicklung an der Börse hängt von Dauer des Irak-Konflikts ab
Deutsche Fonds setzen jetzt auf Sicherheit

Deutsche Fondsgesellschaften haben ihre Anlage in Aktien wegen der anhaltenden Angst vor einem Irak-Krieg weiter leicht verringert. Entsprechend gesucht waren weiterhin sichere Anlageformen wie festverzinsliche Papiere.

Reuters FRANKFURT. Mit einer Kurserholung der Aktienmärkte wird nach Aussagen der befragten Gesellschaften erst nach einer Lösung der angespannten weltpolitischen Lage gerechnet. Gleichwohl werde 2003 voraussichtlich kein Jahr der Anleihen, da deren Kursniveau bereits sehr hoch sei und auf Jahressicht mit einer Erholung der Aktienkurse gerechnet werde, sagten Portfoliomanager. Die Anlagestrategen rechnen auch weiterhin damit, dass Dividendentitel besser abschneiden als Staatsanleihen. Somit überwiegt noch der Aktienanteil in den Portfolios.

Wie die Februar-Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters zur "Asset Allocation" ergab, verringerte sich der durchschnittliche Anteil von Aktien in den Portfolios leicht auf 52,12 Prozent nach 53,62 Prozent im Vormonat. Der Anteil festverzinslicher Papiere erhöhte sich leicht auf 44,86 Prozent von 43,64 Prozent.

Entwicklung hängt von Dauer des Irak-Konflikts ab

Die Entwicklung der Aktienbörsen hänge in erster Linie von der Dauer des Irak-Konfliktes ab, sagte Frankfurt-Trust-Sprecher Wolfgang Straub. "Sollte es tatsächlich zum Krieg kommen, dürften die Aktienmärkte weiter unter Druck geraten, wenngleich in den Aktienkursen ein derartiges Szenario weitgehend eingepreist sein dürfte." Frankfurt Trust rechnet erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer nachlassenden Volatilität an den Aktienbörsen. Positive Impulse sollten von einem Konjunkturaufschwung in den USA ausgehen, der sich auch auf Europa auswirken würde.

Die befragten Gesellschaften gehen weiter davon aus, dass sich mit Aktien mittelfristig mehr Geld verdienen lässt als mit festverzinslichen Papieren. "Aktien sind im Vergleich zu Anleihen nicht nur moderat, sondern signifikant unterbewertet", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei Invesco.

Bernd Karstedt, Fondsmanager von Union Investment, sagte, wegen der höheren Volatilität sei weiter von einem höheren Ertragspotenzial von Aktien auszugehen. "Auf Grund der stark gefallenen Aktienmärkte hat sich die Bewertung der Aktienanlagen deutlich, auch im Vergleich zu Renten, verbessert." Insbesondere die Dividendenrenditen erstklassiger börsennotierter Unternehmen erschienen mittlerweile als sehr attraktiv.

Cominvest: Flucht aus Aktien könnte bald nachlassen

Die zur Commerzbank gehörende Cominvest sieht ebenfalls weiterhin positive Perspektiven für Aktien. Bei einer Lösung der Irak-Krise sollte sich die hohe Risikoscheu des internationalen Anlagekapitals normalisieren, sagte ein Cominvest-Sprecher. Ein Teil der Fluchtbewegung in risikoarme Anlagealternativen wie Geld,- Rentenmarkt,- Gold- und Immobilienanlagen sollte sich in Folge dessen umkehren und die Gelder verstärkt wieder in Aktien fließen. Institutionelle Anleger wären erfahrungsgemäß schneller als allgemein erwartet gezwungen, wieder in Qualitätsaktien mit gesicherter und relativ hoher Dividendenrendite zu investieren.

Ihre Bargeldbestände haben die befragten Investmentgesellschaften im Durchschnitt leicht auf 3,78 Prozent von zuvor 3,42 Prozent angehoben. "Angesichts der hohen Volatilität haben wir in unserem Musterportefeuille etwas mehr Liquidität geschaffen, um bei Übertreibungen im Zuge der Irak-Unsicherheit die sich daraus resultierenden Chancen nutzen zu können", sagte Jürgen Callies, Leiter der Research-Abteilung bei der Münchener Fondsgesellschaft MEAG. Die hohe Bargeldquote von zehn Prozent bei Invesco resultiert nach deren Angaben nicht durch den physischen Verkauf von Aktien, sondern dadurch, dass die Aktienbestände mit Hilfe von Futures abgesichert wurden und sich somit eine "synthetische Kasse" ergeben habe.

An der Februar-Umfrage basierend auf Daten vom Januar nahmen insgesamt sechs Investmentgesellschaften teil. Da Activest nach eigenen Angaben die Datengrundlage und die Bezugsquelle verändert hat, kann ein Vergleich zu den Daten im Vormonat nur eingeschränkt vorgenommen werden.

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