Entwicklung gemeinsam mit Weltgesundheitsorganisation
Neues Malaria-Medikament von Bayer

Bayer entwickelt ein neues Malaria-Medikament. Das auf dem Wirkstoff Artemisone basierende Medikament soll eine 20 bis 30 Mal höhere und deutlich schneller Wirkung entfalten als bisher bekannte Substanzen. Ziel ist eine Kurzzeittherapie von ein bis drei Tagen. Die Zulassung des Medikaments ist für 2005 geplant.

WiWo/AP LEVERKUSEN. Bei der Entwicklung des Medikaments arbeitet Bayer mit "Medicines for Malaria Venture" (MMV) zusammen, einer von der Weltbank und privaten Stiftungen finanzierten Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Kooperationsvertrag sieht vor, dass Bayer die Produktentwicklung übernimmt und WHO/MMV für eine überwachte Verteilung in den öffentlichen Gesundheitssystemen der Entwicklungsländer zuständig sind. Bayer stellt dafür das Produkt zur Verfügung.

Der Preis in diesem Marktsegment soll so gestaltet sein, dass alle unter Malaria leidenden Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern eine Behandlung erhalten könnten. Im Gegenzug soll der Pharmakonzern das Produkt in den Industrieländern vermarkten. "Ein Abkommen, von dem beide Partner, vor allem aber die betroffene Bevölkerung in den Entwicklungsländern profitieren können", meint Burkhard Fugmann von Bayer, der das Projekt leitet.

Der Bedarf an neuen Konzepten zur Malaria-Therapie ist nach wie vor sehr groß. Pro Jahr kommt es zu 300 bis 500 Millionen Neuinfektionen. Betroffen sind fast ausschließlich Entwicklungsländer. Bei den ein bis drei Millionen Todesopfern, die die Krankheit jährlich fordert, handelt es sich vorwiegend um Kinder unter fünf Jahren. Auf Grund zunehmender Resistenzen gegen bislang angewendete Mittel dürfte der Bedarf an neuen Behandlungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Bayer hatte der WHO im vergangenen Jahr bereits zugesichert, zur Bekämpfung der Schlafkrankheit für die Dauer von zunächst fünf Jahren seine beiden Medikamente Germanin und Lampit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die WHO möchte die Medikamente zur Bekämpfung der afrikanischen Schlafkrankheit einsetzen, die in Afrika 60 Millionen Menschen bedroht.

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