Entwicklung guter Pharmaprodukte und Synergieeffekte
Analysten sehen starken Ergebnisanstieg bei Aventis

rtr FRANKFURT. Der französisch-deutsche Life-Science-Konzern Aventis hat nach Analystenschätzungen im ersten Halbjahr einen starken Ergebnisanstieg verzeichnet. Analysten rechnen mit einem Ergebnisanstieg vor Sondereinflüssen zwischen 31 und 59 % im Halbjahr. Dies entspricht geschätzten Ergebnissen zwischen 490 und 580 Mill. Euro, nach 374 Mill. Euro im ersten Halbjahr 1999. Dabei dürfte der Ergebnisanstieg vor allem auf die gute Entwicklung einiger Pharmaprodukte und Synergieeffekte zurückzuführen sein, hieß es.

Der weltweit drittgrößte Pharmakonzern sei stark in den USA engagiert. Entsprechend seien die Prognosen sehr schwankungsanfällig, versuche man die Auswirkungen der Wechselkursentwicklung des Euro zum $ einzubeziehen, hieß es. "Ich bin sehr vorsichtig, weil bei Aventis viele Kosten in $ anfallen", sagte Philippe Cottet, Sektoranalyst bei Credit Lyonnais Securities. Seine Schätzung lautete auf ein Ergebnis vor Sondereinflüssen von 490 Mill. Euro.

Das erwartete kräftige Gewinnwachstum sei vor allem auf die Entwicklung der Starprodukte im Halbjahr zurückzuführen, darunter das Antiallergiemittel Allegra, das Krebsmedikament Taxotere sowie das Thrombosemedikament Lovenox. Dazu kämen Synergieeffekte, die sich aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Hoechst AG und der französischen Rhone Poulenc nun auswirken würden.

Nach Einschätzung der Analysten könnte Aventis die selbst gesetzte Zielmarke von Einsparungen in Höhe von 400 Mill. Euro im Gesamtjahr 2000 übertreffen. Es seien Synergien zwischen 410 und 450 Mill. Euro möglich, hieß es bei den Analysten. Nach Aventis-Angaben sollten im Gesamtjahr 230 Mill. allein bei Aventis Pharma erreicht werden. Bis zum Jahr 2002 rechnet der Konzern nach eigenen Angaben mit Synergien und Einsparungen in Höhe von 1,2 Mrd. Euro. Im ersten Quartal hatte Aventis bereits Synergieeffekte von 87 Mill. Euro ausgewiesen. Für das erste Halbjahr sei hier ein Wert von etwa 200 Mill. Euro möglich, hieß es von Analystenseite.

Florent Cespedes, Analyst bei Meeschaert-Rousselle rechnet mit einem Konzernergebnis vor Sondereinflüssen von 507 Mill. Euro. "Es war ein gutes Halbjahr und bis zum Ende des Jahres sollten noch einige Verbesserungen erzielt werden", sagte er. Dabei wies Cespedes vor allem auf die Pharmaaktivitäten hin und hier insbesondere auf Allegra.

In den Ergebniszahlen des ersten Halbjahres werden die Kosten für den Zusammenschluss von Hoechst und Rhone Poulenc noch nicht bilanziert. Im vergangenen Jahr hatte Aventis hierfür rund 2,1 Mrd. $ an Sonderbelastungen ausgewiesen. Durch die Abgabe von Chemieaktivitäten wurden die Kosten bislang auf etwa 1,2 Mrd. Euro gesenkt.

Der Aventis-Konzern war erst im Dezember 1999 aus der Fusion der ehemaligen Hoechst AG und der französischen Rhone Poulenc entstanden und will sich nach eigenen Angaben künftig vor allem auf die Sparten Pharma und Landwirtschaft (Life Science) konzentrieren. Umsatzzahlen für das erste Halbjahr hatte Aventis bereits am 28. Juli bekannt gegeben.

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