Entwicklung schwer einzuschätzen
DIW korrigiert die eigene Wachstums-Prognose

"In unserer Juli-Prognose gehen wir von einem Wachstum von 2,3 % für 2002 aus - das ist sicherlich eine zu optimistische Zahl", sagte Präsident Zimmermann.

rtr BERLIN. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist von seiner Konjunkturprognose für das kommende Jahr abgerückt. "In unserer Juli-Prognose gehen wir von einem Wachstum von 2,3 % für 2002 aus - das ist sicherlich eine zu optimistische Zahl", sagte DIW-Präsident Zimmermann am Montag in Berlin. Es sei jedoch im Augenblick noch schwer zu sagen, wie groß die Korrektur sein müsse. "Wir befinden uns in einem Abschwung, bei dem wir noch nicht richtig wissen, wo wir Boden gewinnen. Und insofern ist es auch sehr schwer, den Aufschwung genau zu prognostizieren."

Für das laufende Jahr hält das DIW nach Zimmermanns Worten vorerst noch an seiner Prognose von einem Prozent für Deutschland fest. "Sicherlich werden wir die Zahl noch einmal überprüfen, aber wir werden sie nicht vorschnell ändern." Das DIW befinde sich mit den anderen Instituten in Abstimmung über die Jahresprognose, deshalb seien genaue Angaben nicht möglich. "Nach oben korrigieren wir uns sicher nicht, soviel kann ich schon mal sagen."

Sinkende Inflationsraten erwartet

Positive Signale für die Konjunkturentwicklung kämen derzeit von der Preissteigerungsrate. "Wir gehen weiterhin von sinkenden Inflationsraten aus", betonte der DIW-Chef. Der Energiepreis werde in nächster Zukunft kein Problem sein. "Wir rechnen eher mir fallenden Ölpreisen als mit steigenden in der nächsten Zeit." Zum einen sei die Nachfrage nach Öl derzeit aufgrund der allgemeinen Wirtschaftsflaute eher konservativ. Zum anderen seien die ölproduzierenden Staaten Teil des Anti-Terror-Pakts. "Wenn es bei begrenzten und politisch klug abgesicherten Militärschlägen bleibt, sehe ich da kein Problem."

Trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Flaute und den günstigen Inflationsraten rechnet Zimmermann nach eigenen Worten nach der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit nicht mit einer weiteren: "Ich denke aber, dass die EZB noch bis zu 100 Basispunkte Spielraum hat, ohne die Inflation zu gefährden." Um eine konjunkturelle Wirkung zu erzielen, müsse die Zentralbank aber schnell handeln. Der wichtigste Leitzins der EZB liegt derzeit bei 3,75 %.

Der DIW-Chef unterstrich Aussagen von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), wonach sich Deutschland nicht in einer Rezession befinde und eine solche auch nicht zu erwarten habe: "Im Augenblick gehen wir davon aus, dass das wahrscheinlichere Szenario ist, dass sich die amerikanische Konjunktur in einer Rezession befindet und die europäische in einem Konjunkturtief." Bis Mitte oder Ende des kommenden Jahres werde man sich wieder aus dieser Zwangslage befreit haben. Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA seien aber nicht der Grund für die Flaute. "Die Entwicklung hat sich schon vorher abgezeichnet." Zwar hätten die Anschläge nicht zur Besserung beigetragen, betonte Zimmermann: "Ich bin aber optimistisch, dass sie die Lage nicht nachhaltig verschlechtert haben.

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