Entwicklungen in Isreal könnten Flächenbrand auslösen
Neuer Markt - Gewalt in Nahost drückt auch den Nemax

Der Nemax-All-Share fiel am Nachmittag unmittelbar nach dem Angriff der israelischen Armee im Gaza-Streifen um bis zu 3,4 t% auf 3 996 Punkte.

Reuters FRANKFURT. Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat am Donnerstag auch die deutschen Wachstumswerte belastet. Der Nemax-All-Share fiel am Nachmittag unmittelbar nach dem Angriff der israelischen Armee im Gaza-Streifen um bis zu 3,4 % auf 3 996 Punkte. Im weiteren Verlauf wurden die Verluste allerdings zum Teil wieder wett gemacht. Händler verwiesen auch auf die im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen gestiegenen Ölpreise, die auf ein Zehnjahreshoch von 35 Dollar kletterten. Die Aussichten auf die Konjunktur in der Euro-Zone dürfte sich den Angaben zufolge durch den hohen Ölpreis verschlechtern.

Der Nemax notierte am frühen Abend 2,5 % tiefer mit 4 032 Punkten. Das Blue-Chip-Barometer Nemax 50 verlor nach einem Tageshoch von 4 452 Punkten 2,97 % auf 4 213 Zähler.

Israelische Kampfhubschrauber hatten am Donnerstagnachmittag im Gaza-Streifen Ziele in unmittelbarer Nähe des Hauptquartiers von Palästinenser- Präsident Jassir Arafat beschossen. "Wir sind entsetzt über die Entwicklung im Nahen Osten", sagte ein Händler. "Das hat alle Märkte in Aufruhr versetzt. Die Folge ist sehr wahrscheinlich ein Flächenbrand", fügte er hinzu. Die Börsianer machten sich nun große Sorgen, dass die Entwicklung in Nahost aus den Fugen gerate. Eine weltweite Panik dürfte die Folge sein, sagte er weiter.

Die Ölpreise stiegen nach der Eskalation im Nahen Osten sprunghaft. Der Preis der marktführenden Ölsorte Brent kletterte in der Spitze über 3 $ auf 35 $ und erreichte damit ein neues Zehnjahreshoch. Der Dow-Jones-Index ermäßigte sich nach Nachrichten aus Nahost bis zum Abend (MESZ) um 3,1 % auf 10 088 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index gab 1,5 % auf 3 119 Zähler nach.

Besser als erwartete Quartalszahlen des US-Chipherstellers AMD hatten am Vormittag den Neuen Markt noch beflügelt und für eine Erholung gesorgt. Die Nachrichten aus dem Nahen Osten hätten dann die Aufwärtsbewegung nach den tagelangen Verlusten "völlig zunichte" gemacht, hieß es. Die weiteren Aussichten seien düster. Nun sei alles von den Entwicklungen im Nahen Osten abhängig, sagte ein Börsianer.

Größter Verlierer am Neuen Markt waren die Aktien der Bremer Allgeier Computer AG mit einem Minus von knapp 54 Prozent auf 6,70 Euro. Zeitweise brach der Titel sogar um mehr als 60 % ein. Das IT-Systemhaus hatte am Morgen wegen "falscher Markteinschätzung" seine Prognosen bis 2002 nach unten korrigiert.

Der voraussichtliche Rutsch in die roten Zahlen war nach Händlerangaben für den Kursrutsch der Aktien von Steag Hamatech verantwortlich. Das Papier brach um 26,50 % auf 14,70 Euro ein. Der Spezialist für optische Speichermedien rechnet auf Grund von Produktionsverlagerungen mit hohen Einmalbelastungen. Statt eines geplanten Gewinns (EBIT) von 21,5 Mio. Euro sei nun ein Vorsteuerverlust von 60 Millionen Euro zu erwarten.

Größter Gewinner war die Aktie von Gigabell mit einem Plus von knapp 22 %. Das finanziell angeschlagene Unternehmen profitierte nach Angaben von Händlern von der Mitteilung, die Gesellschaft habe die drei britische Töchter an die finnische Saunalahti verkauft. Ein Plus von 8,2 % verzeichneten die Aktien der Brokat AG nach der Bekanntgabe der Übernahme des US Automated Financial Systems-Unternehmens für 34,5 Mio. $ .

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