Entwicklungsgesellschaft gegründet
Thyssen-Krupp bringt Jurassic Park nach Krefeld

Das niederrheinische Krefeld wird Standort eines Dino-Parks. Der Stahl- und Maschinenbaukonzern Thyssen-Krupp AG (TK) und der zum französischen Vivendi-Imperium zählende US-Filmkonzern Universal Studios entwickeln den knapp eine Mrd. Euro teuren Freizeitpark, durch den ab 2005/06 die Dinosaurier trampeln sollen. Geplanter Baubeginn: 2003.

KREFELD. Für die Entwicklung des 74 Hektar großen Thyssen-Krupp-Geländes am Rande des bestehenden Edelstahlwerks des Konzerns gründeten die Partner eine Tochtergesellschaft. An der Universal Studios Germany Development GmbH ist zudem die Münchener Tree AG als Spezialist für das Design von Freizeitparks beteiligt. Außerdem mit dabei: die Commerzbank Leasing & Immobilien sowie die WestLB-Tochter Westdeutsche Immobilienbank. An der Entwicklungsgesellschaft halten TK und Tree jeweils 23 %, die Banken je 22 % und Universal 10 % der Anteile. Damit sei das Projekt unterwegs, sagte Wilfried Hampe, Vorstandschef der Tree, dem Handelsblatt.

Mitte März erwarten die Investoren auch die Zustimmung der Stadt Krefeld, die anfänglich gezögert hatte. Wilfred Esser, Beigeordneter der Stadt Krefeld, bestätigte, dass die Verwaltung für die nächste Ratssitzung am 14. März an einer positiven Stellungnahme zu dem Projekt arbeite. Der Zeitplan für den Park gelte als "nicht unwahrscheinlich".

Geplant sind auf der direkt an der Autobahn 44 gelegenen Industriebrache zwei Hotels, ein Wellness- und Wasserpark sowie ein Themenpark zu Universal-Filmen, beispielsweise dem Dino-Abenteuer Jurassic Park. Hinzu sollen Gastronomie und Einkaufsmeile kommen. Krefeld bekäme damit den Zuschlag für den nach Euro Disney in Paris größten Freizeitpark in Europa. Kalkuliert wird mit 3,5 Mill. Besuchern im Jahr. Nach drei Jahren soll die Gewinnschwelle erreicht sein. Allein im Park sollen 3 500 Arbeitsplätze entstehen. Finanziert werde das Projekt "über erhebliche Eigenkapitalleistungen der Gesellschafter", sagte Tree-Chef Hampe. Die Düsseldorfer Thyssen-Krupp selbst werde aber nicht in den Park investieren, sagte ein Firmensprecher. Man sei über die Immobilientochter des Konzerns nur an der Entwicklung und Vermarktung der Immobilie beteiligt.

Wenig Begeisterung für den Park ist aus dem mittelständisch geprägten Lager der Freizeitpark-Betreiber zu hören. "Für die Branche ist es ein Problem, wenn plötzlich das große Geld der Konzerne in den Markt drängt," meinte Klaus-Michael Machens, Präsident des Verbands Deutscher Freizeitunternehmen (VDFU). Machens befürchtet, dass Krefeld Besucher aus den kleineren Parks abzieht. Ob in den USA und Japan von Universal realisierte Parks auch in Deutschland Erfolg haben werden, sei außerdem zumindest fraglich, meint Machens. Er begrüßt jedoch, dass im Gegensatz beispielsweise zum ZDF-Medienpark in Mainz keine öffentlichen Gelder fließen. Grundsätzlich gebe es in Deutschland noch Raum für neue Erlebnisparks. Den von 22 auf 21 Mill. gesunkene Besucherzahl in den 57 deutschen Parks begründete Machens mit dem stark gestiegenen Freizeitangebot. Stimme aber das Angebot, kämen auch die Besucher.

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