Entwicklungshelfer nach Pakistan gebracht
"Shelter Now"-Mitarbeiter frei

Die von den Taliban in Afghanistan seit August festgehaltenen vier deutschen Entwicklungshelfer und ihre vier ausländischen Kollegen sind frei. Die Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now" seien mit US-Militärhubschraubern nach Pakistan gebracht worden, sagte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in der Nacht zum Donnerstag.

Reuters WASHINGTON/BERLIN. Den zwei US-Bürgern, zwei Australiern und vier Deutschen gehe es gut. "Es war wie ein Wunder", sagte Georg Taubmann, einer der freigekommenen Deutschen, in Islamabad. Das Auwärtige Amt in Berlin erklärte, die Freigelassenen ruhten sich in Residenzen der Botschafter ihrer jeweiligen Länder in Islamabad von den Strapazen der Haft aus. Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte, die Bundesregierung sei "glücklich und erleichtert".

Die Helfer waren im August mit 16 afghanischen Kollegen von den radikal-islamischen Taliban-Machthabern in Kabul wegen angeblicher christlicher Missionierung festgenommen worden.

Die Befreiungaktion sei am Mittwoch gegen 22.40 Uhr (MEZ) angelaufen, erklärte Rumsfeld. Drei Hubschrauber von US-Sondereinsatzkräften seien auf einem Feld in der Nähe von Ghasni, 80 Kilometer südwestlich von Kabul, gelandet und hätten die Helfer an Bord genommen. US-Präsident George W. Bush sagte, ohne nähere Einzelheiten zu nennen, die US-Kräfte hätten am Boden Unterstützung verschiedener Gruppen, einschließlich des Roten Kreuzes, gehabt.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes waren die "Shelter Now"-Mitarbeiter zuvor von einem örtlichen Kommandeur dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz übergeben worden. Die Freigekommenen landeten nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Donnerstag um 08.00 Uhr Ortszeit in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf dem Luftwaffenstützpunkt Chaklala. Im Laufe des Tages wollten die Freigekommenen entscheiden, in welcher Form sie sich der Presse stellen. Wann sie in ihre Heimat zurückkehren werden, war zunächst unklar.

Taubmann sagte, er und seine Kollegen seien beim Rückzug der Taliban aus Kabul mitgenommen worden und in ein Gefängnis in Ghasni verlegt worden. Ghasni sei heftig bombardiert worden. Schließlich hätten bewaffnete Kämpfer das Gefängnis gestürmt und die "Shelter Now"-Mitarbeiter befreit.

Das Schicksal der 16 afghanischen Mitarbeiter der Hilfsorganisation war zunächst unklar. Die Taliban hatten zunächst angekündigt, alle Verhafteten vor Gericht zu stellen. Die Gruppe hatte die Vorwürfe der Missionierung zurückgewiesen.

Fischer erklärte, "der Dank der Bundesregierung gelte allen, die zur Lösung dieser schwierigen Frage beigetragen haben". Die Helfer seien "wohlbehalten und unversehrt". Mit der lang erwarteten Freilassung gehe für die Entwicklungshelfer eine bedrückende Zeit der Haft unter schwierigsten Bedingungen zu Ende. Zum Schluss hätten sich die Gefangenen faktisch in einer Geiselsituation befunden.

Australiens Außenminister Alexander Downer sagte, die Helfer seien wohl von den Taliban freigelassen worden und hätten sich dann in der Obhut von Leuten befunden, die nicht den Taliban angehören.

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