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Entwurf eines Verhaltenskodex für Vermögensverwalter

Das neu gegründete CFA Centre for Financial Market Integrity hat einen Entwurf für einen ...

Das neu gegründete CFA Centre for Financial Market Integrity hat einen Entwurf für einen Verhaltenskodex für Vermögensverwalter (Asset Manager Code of Professional Conduct) veröffentlicht. Der Entwurf legt weltweite ethische und professionelle Standards für Einzelpersonen und Unternehmen fest, die private oder öffentliche Vermögen als Separate Accounts oder als Pooled Funds (einschließlich Hedgefonds und Investmentfonds) verwalten.
Der Verhaltenskodex dient dem Schutz von Anlegerrechten: Investmentgesellschaften werden aufgerufen, freiwillig nach strengen ethischen Standards zu arbeiten. Der Code bietet eine "Checkliste" für ethisches Verhalten, welches Investoren von ihren Vermögensverwaltern erwarten sollten. Er stärkt die Vertrauensbasis für Asset Manager, die den Verhaltenskodex übernehmen und umsetzen.
Der Kodex bietet Vermögensverwaltern genaue, praktische Richtlinien in sechs Bereichen. Damit deckt er alle wichtigen Aspekte der Beziehung zwischen Vermögensverwalter und Kunden ab:

  1. Loyalität gegenüber dem Kunden. Der Kodex legt fest, dass Vermögensverwalter ihre Unabhängigkeit und Objektivität bewahren und die Interessen ihrer Kunden an erste Stelle setzen müssen. Er bestimmt z.B., dass Asset Manager keine Geschäftsbeziehung unterhalten oder Geschenke annehmen dürfen, die ihre Unabhängigkeit, Objektivität oder Loyalität beeinträchtigen könnten.

  2. Der Anlageprozess. Z.B. sollten Vermögensverwalter für jeden Kunden eine "Erklärung zur Anlagepolitik" erstellen. Anlagen sollten dann nur noch im Einklang mit dieser Erklärung getätigt werden.

  3. Handel. Der Verhaltenskodex liefert Richtlinien dafür, beim Handel für den Kunden jeweils "best Execution" anzustreben.

  4. Compliance. Dazu gehört eine jährliche unabhängige Kontenprüfung, die dem Kunden vollständige und genaue Informationen gewährleistet.

  5. Leistungsbewertung. Der Vermögensverwalter sollte z.B. standardisierte Methoden zur Performancemessung einsetzen und die Bewertung der Kundendepots mit dem aktuellen Marktpreis vornehmen.

  6. Offenlegung. Dazu gehören die Offenlegung von Interessenkonflikten, disziplinarischen Maßnahmen sowie Risikofaktoren und Gebühren.


An der Entwicklung des Verhaltenskodex waren mehr als zwei Dutzend Anlageexperten aus den USA, Europa und Asien beteiligt. Das CFA Centre for Financial Market Integrity stellt den Entwurf bis zum 31. 12. 2004 zur öffentlichen Diskussion und nimmt schriftliche Kommentare entgegen.
Die German Association of Investment Professionals (GAIP), der deutsche Lokalverband des CFA Institute, begrüßt den Verhaltenskodex: "Vor dem Hintergrund, dass hier die Geldanlage in Fonds und Pensionskassen die private Direktanlage weit überwiegt, ist der Kodex von besonderer Wichtigkeit für den deutschen Markt", so Dr. Helmut .
Im Anschluss an die Kommentierungsfrist und nach Verabschiedung des endgültigen Verhaltenskodex wird das CFA Centre die Asset Management-Firmen dazu aufrufen, von ihren Mitarbeitern auf allen Ebenen die Einhaltung der Bestimmungen des Verhaltenskodex zu verlangen.
Der vollständige Text ist abrufbar unter: http://www.cfainstitute.org.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 29.11.2004

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