Entzug der US-Finanzhilfe droht
Jugoslawische Regierung streitet über Festnahme Milosevics

ap BELGRAD. Die jugoslawische Regierung streitet angesichts eines drohenden Verlustes der US-Finanzhilfe über die Festnahme des ehemaligen Präsidenten Slobodan Milosevic. Der serbische Finanzminister Bozidar Djelic erklärte, Belgrad verhandele auf allen Ebenen mit der US-Regierung über die Frist, es müsse dringend eine Einigung erzielt werden. Die USA haben Jugoslawien eine Frist bis zum 31. März gesetzt und Finanzhilfen im Wert von 100 Mill. US $ an eine Kooperation mit Den Haag geknüpft.

Außerdem droht der neuen Regierung in Belgrad möglicherweise der Verlust amerikanischer Unterstützung im Internationalen Währungsfonds (IWF) und bei der Weltbank. US-Regierungsvertreter haben angedeutet, dass Milosevics Festnahme bis Ende März für die Erhaltung der Finanzhilfe ausreiche. Das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatte 1999 gegen Milosevic Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erhoben. Die Regierung erklärte, Milosevic müsse für seine Taten zur Rechenschaft gezogen werden, über den Zeitpunkt einer Festnahme streiten die Koalitionsparteien noch.

Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica sagte, Milosevic werde erst festgenommen, wenn die Beweislage gegen ihn eindeutig sei. Der serbische Ministerpräsident Zoran Djindjic forderte dagegen ein schnelles Handeln von der Regierung in Belgrad. Seine Anhänger erklärten, die Beweise gegen Milosevic reichten für eine Anklage aus. Milosevic habe bereits kurz nach seinem Sturz im vergangenen Oktober verhaftet werden müssen.

Acht Vertraute des ehemaligen Präsidenten wurden in dieser Woche festgenommen. Ihre Aussagen könnten für das weitere Vorgehen gegen Milosevic von Bedeutung sein. Dieser lebt in einem noblen Vorort von Belgrad schwer bewacht in einer Regierungsvilla. Eine Sprecherin der regierenden Demokratischen Alternative, Nada Kolundzija, erklärte, der jugoslawischen Militärkommandeur General Nebojsa Pavkovic stelle Sicherheitskräfte zur Bewachung von Milosevic ab und habe auch die Nutzung der Villa erlaubt. Die Streitkräfte wiesen den Vorwurf zurück.

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