Envision Technologies entwickelt körpereigene Implantate
Roboter formt Ersatzteile aus Fleisch und Blut

Ein Verfahren, mit dem passgenaue Ersatzteile für Patienten aus körpereigenem Gewebe gezüchtet werden können, will die Marler Firma Envision Technologies entwickeln. Die Grundform aus Kunststoff, auf der das Implantat später aus körpereigenen Zellen des Patienten wachsen kann, wird nach dessen genauen Maßen hergestellt.

DÜSSELDORF. Bio-Plotting nennt Envision das Verfahren, das am Freiburger Materialforschungszentrum entwickelt wurde. Ärzte nehmen mit Hilfe von Computertomographen Bilder vom Patienten auf, zum Beispiel von einem Defekt im Knorpel der Nase oder des Ohrs. Am Rechner legen die Ärzte dann fest, wie das Ersatzteil aussehen soll. Der Computer berechnet das räumliche Gerüst für das menschliche Ersatzteil, und ein Roboter lässt die Struktur anschließend aus einem feinen Gitter Schicht für Schicht wachsen.

Dies geschieht mit Kunststoffen - so genannten Hydrogelen -, die aufgespritzt werden und mit Wasser quellen. Drei bis vier Stunden brauche der Roboter beispielsweise, um eine Nase zu formen, so das Unternehmen. Aber mit der Form ist es noch nicht getan. In das Gerüst sollen körpereigene Zellen einwandern. Dabei sei es auch möglich, die Zellen mit dem Baustoff für das Gitter gemeinsam in die gewünschte Form zu spritzen, sagt Envision-Chef Hendrik John.

Nach Vorstellung des Unternehmens soll der Chirurg in Zukunft selbst die Implantate nach individuellen Patientendaten herstellen. Doch bevor es dazu kommt, müssen Forscher noch viele Fragen klären. Zum Beispiel: Wie die Zellen die neuen Körperteile besiedeln. Forscher in Freiburg und Würzburg gehen dieser Frage zurzeit nach. Bevor sie es wagen, einem Menschen ein künstliches Ersatzteil aus dem eigenen Fleisch und Blut zu übertragen, müssen sie die Technik im Tierversuch prüfen.

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