Eon auf der Verliererseite
Dax trotz negativer US-Börsen freundlich

Eon steht auf der Verliererseite. Gewinnmitnahmen sollen der Grund sein.

Reuters FRANKFURT. Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag trotz einer schwächer eröffnenden Wall Street freundlich präsentiert. Der deutschen Aktienindex (Dax) notierte am Nachmittag 0,86 % höher auf 7 292 Punkten. Händler sagten, der deutsche Markt habe sich von den Vorgaben aus den USA abkoppeln und mit einer Eigendynamik sein Kursniveau halten können.

"Endlich merkt man mal wieder, dass wir auch ohne die US-Vorgaben auskommen können", sagte ein Händler. In der kommenden Woche könne der Dax die Marke von 7 500 ins Visier nehmen. Ein anderer Börsianer machte Wirtschaftsdaten aus den USA, die auf keine weiteren Zinserhöhungen hindeuteten, für den Anstieg verantwortlich.

In den vergangenen Tagen hatte der deutsche Aktienmarkt die zuletzt freundlichen US-Vorgaben nur begrenzt nachvollzogen.

"In den USA hat sich die Zinsfrage beruhigt. Ob die Europäische Zentralbank (EZB) kommende Woche ihre Zinsen erhöht, interessiert hier doch keinen", sagte ein Händler. Eine Anhebung der EZB sei aus volkswirtschaftlicher Sicht derzeit nicht gerechtfertigt.

Nach Äußerungen des Bundesbankpräsidenten Ernst Welteke über den hohen Ölpreis und den schwachen Euro rechnen Analysten mit einer Zinserhöhung durch die EZB Ende August. In den USA notierte der 30 Werte umfassende Dow-Jones-Index nach einer Handelsstunde 0,15 % tiefer auf 11165 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index rutschte 0,55 % auf 4032 Zählern ab.

Technologiewerte top

Am deutschen Aktienmarkt notierten Technologiewerte mit Aufschlägen, während Finanztitel Federn lassen mussten. Die Aktien des Technologieunternehmens Epcos stiegen um 5,89 % auf 109,40 Euro. Nach Händlerangaben profitierten die Aktien von der guten Konjunktur bei Halbleitern und Bauelementen in den USA sowie von einem charttechnischen Kaufsignal. "Die Aktien haben die Marke von 104 Euro genommen und haben nach Meinung von technischen Analysten Kurspotenzial nach oben", sagte ein Händler. Bereits am Donnerstag hatten Epcos deutlich zugelegt. Hingegen büßten Infineon am Freitag leicht ein.

Die Telekom-Aktie legte am Freitag bei hohen Umsätzen 2,14 % auf 44,30 Euro zu. Händler sagten, nachdem das Papier zuletzt stark gefallen sei, wachse nun die Zuversicht, dass Anstrengungen unternommen würden, die Volksaktie zu stabilisieren. Es gebe fundamental nichts Neues, die Ursache für die Zukäufe sei eher psychologischer Natur. Es gebe einige institutionelle Investoren, die bereit seien, ihre Untergewichtung allmählich aufzugeben, hieß es. Die Papiere hatten im Frühjahr noch mit 104 Euro notiert und waren in dieser Woche auf ein Jahrestief von 41,35 Euro gefallen.

SAP und Siemens präsentierten sich mit Aufschlägen von je 3,5 und drei Prozent ebenso auf der Gewinnerseite. Händler machten charttechnische Gründe für den Anstieg verantwortlich. Autotitel notierten ebenfalls höher. Börsianer sagten, die Papiere seien zuletzt unterbewertet gewesen.

Auf der Verliererseite stand der Versorger Eon, dessen Titel bei moderaten Umsätzen um bis zu 1,5 % nachgaben. "Bei Eon ist das eine Tagesbewegung, da werden Gewinne mitgenommen", kommentierte ein Händler. Deutsche Bank gaben um ein Prozent auf 98,83 Euro nach. "Die Aktien hat technische Probleme um die Marke von 100 Euro. Imer wieder versucht sie, den Widerstand dort zu durchbrechen", sagte ein Börsianer.

Der MDax für die mittleren Werte stieg bis zum Nachmittag um 0,19 % auf 4 884 Zähler. Am Neuen Markt kletterte der Nemax-Index um 0,59 % auf 5 183 Zähler.

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