Eon erzielt einen Buchgewinn von 150 Millionen Euro
Balli kauft Stahlhändler Klöckner & Co

Nach fast zweijähriger Suche hat Eon mit der britischen Balli endlich den Käufer für den Stahlhändler Klöckner & Co gefunden. Zuletzt ließen noch die Bankbürgschaften der Engländer auf sich warten.

ews DÜSSELDORF. Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co AG, der sich mit einem Umsatz von 5,3 Mrd. Euro zu den führenden Werkstoffdistributeuren zählt, wechselt für den Transaktionswert von 1,1 Mrd. Euro den Besitzer. Käufer ist die in London ansässige Balli-Gruppe, die in den Achtzigerjahren von den iranischen Brüdern Allaghband gegründet worden war.

Bei übernommenen Bankschulden und Pensionsrückstellungen von 800 Mill. Euro liegt der Kaufpreis bei 300 Mill. Euro und damit am unteren Ende der Preisvorstellung des Verkäufers Eon. Die aus der Fusion von Veba und Viag entstandene Eon AG, Düsseldorf, war mit einer Preisbasis von 500 Mill. Euro in die Verhandlungen gegangen. Sie erzielt aus dem Deal einen Buchgewinn von 150 Mill. Euro, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Die Eon AG, die sich im Zuge ihrer Fokussierung auf die Kerngeschäfte Strom, Gas und Wasser ebenfalls von Randaktivitäten Logistik, Chemie und Immobilien trennen will, war mit Balli seit dem Frühjahr im Gespräch. Zuvor hatte der britische Stahlhändler, der einen Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Euro ausweist, den nicht lagerhaltenden Stahlhandel von Klöckner für etwas über 25 Mill. Euro übernommen. In den letzten Wochen hatte sich die Vertragsunterzeichnung verzögert, weil die notwendigen Bankbürgschaften auf sich warten ließen.

Neben Stahl handelt Balli mit Landwirtschaftsprodukten, Chemikalien, Nichteisenmetallen sowie Büroausstattung.

Die 1906 von Peter Klöckner gegründete Klöco schaut auf eine bewegte Vergangenheit und stand Ende der Achtzigerjahre wegen falsch eingeschätzter Ölgeschäfte fast vor der Pleite. Damals stieg die Deutsche Bank als Retter ein. Sie verkaufte ihre Anteile mit Gewinn an die Viag, die 1999 den Stahlhandel aber nicht mehr als Kerngeschäft definierte. Gespräche mit potenziellen Käufern aus der Stahlbranche - wie Thyssen-Krupp, Arbed oder die britische Corus (Fusion aus British Steel und der niederländischen Hoogovens) scheiterten am Preis. Auch die ebenfalls zum Eon-Konzern gehörende Stinnes winkt schnell ab. Sie war nur an Teilen von Klöco interessiert. Die aber sollte nur im Ganzen abgegeben werden.

Klöco-Chef Raimund Müsers hatte auf der Bilanzpressekonferenz im Mai Balli als seinen Wunschkandidaten bezeichnet. Denn die Briten wollen Klöco als Ganzes entwickeln. Einem Börsengang gegenüber seien sie zudem nicht abgeneigt. Vorher müssten aber 200 bis 250 Mill. Euro für die notwendige Expansion in Europa und USA sowie Produktoptimierung investiert werden. In Europa habe Klöco noch einige Lücken auf der Produktseite zu schließen. In Nordamerika müsse die Präsenz verbreitert werden.

Im Geschäftsjahr 2000 hatte Klöco mit einem der besten Ergebnisse der Unternehmensgeschichte geglänzt und den Jahresüberschuss auf 65 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Für das laufende Jahr hatte Müsers allerdings wegen des wieder schwierigeren Stahlgeschäfts einen Ergebnisrückgang um 10 bis 15 % prognostiziert.

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