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Eon kauft Internet-Handelsplattform Mercateo

Der Stromversorger will damit einen weiteren Vertriebskanal für seine Stromprodukte erschließen und die Kundenbindung stärken. Eon hält zusammen mit sechs ihrer regionalen Vertriebpartner 75,75 % an dem vor einem Jahr gegründeten Start-up-Unternehmen.

adx MÜNCHEN. Der Stromversorger Eon Energie hat die Münchner Internethandelsplattform Mercateo.com erworben. Damit will sich das Unternehmen einen weiteren Vertriebskanal für seine Stromprodukte erschließen, wie der Vorstandschef von Eon Energie, Hans-Dieter Harig, am Mittwoch sagte. Eon Energie hält zusammen mit sechs ihrer regionalen Vertriebpartner 75,75 % an dem vor einem Jahr gegründeten Start-up-Unternehmen. Den Kaufpreis nannte Harig nicht. "Es ist kein Betrag, der uns belastet", betonte er. Mercateo.com bietet speziell für den Mittelstand den Online-Einkauf von Büromaterial, Hard- und Software oder Dienstleistungen an. Beim so genannten Poolbuying können kleinere Firmen gemeinsam Bestellungen abgeben und damit Waren bis zu 30 % günstiger bekommen, sagte Mercateo-Vorstand Dirk Markus. Bislang gebe es 25 000 handelnde Kunden. Das Unternehmen hat 40 Mitarbeiter und wird nach den Worten Markus' in diesem Jahr einen Umsatz im einstelligen Millionen-Bereich erzielen. Für 2001 werde mit einem Umsatz von über 50 Mill. DM gerechnet. Mercateo erzielt sein Geld durch Gebühren von den Anbietern. Die jetzigen Vorstandmitglieder von Mercateo wurden von Eon Energie mit fünfjährigen Verträgen an das Unternehmen gebunden.

Harig sagte, Eon Energie werde künftig seinen Strom über die neue Internethandelsplattform anbieten. "Strom ist auf Grund seiner Physik ein besonders gut geeignetes Produkt für den Vertrieb über Internet", unterstrich er. Die Kundenbindung könne dadurch gestärkt werden. Bereits heute erfolgten 6 % der Vertragsanfragen über das Internet. Zugleich werde den 100 000 mittelständischen und zum Teil noch internetscheuen Eon-Kunden der Zugang zu einer Internethandelsplattform erleichtert. Das Stromangebot und der bereits bestehende "Gemischtwarenhandel" würden künftig zwei gleichwertige Geschäftsfelder werden. "Wir wollen Mercateo.com nicht vereinnahmen, sondern mit den Stärken eines Start-ups belassen", sagte Harig.

Er kündigte zur Cebit im März nächsten Jahres ein Webpower Produkt an, bei dem der vollständige Prozess von der Kundenanfrage bis zum Rechnungsversand digitalisiert werde. In den nächsten Jahren sollen 275 Mill. DM für kundenorientierte IT-Systeme investiert werden. Auch werde die Zahl der derzeit 850 Mitarbeiter bei den IT-Dienstleistern von Eon deutlich aufgestockt. Zudem soll innerhalb der nächsten drei Jahre der Börsengang von Mercateo.com geprüft werden.

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