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Eon legt heute erstmals konsolidierte Zahlen vor

Knapp ein halbes Jahr nach der Veba-Viag-Fusion wird die Eon AG an diesem Donnerstag erstmals konsolidierte Daten des neuen Konzerns veröffentlichen und sich in Düsseldorf der Presse stellen. Im Blickpunkt wird dabei neben den Geschäftszahlen der ersten neun Monate auch der Stand der im Rahmen der Fusion angestrebten Konzentration auf Energie und Spezialchemie stehen. Vor allem die weitere Internationalisierung wird ein Thema sein. Bei den vielen Gerüchten und Spekulationen der vergangenen Monate über Verhandlungen des Konzerns sind bislang noch etliche Fragen offen geblieben.

vwd DÜSSELDORF. Für die Zeit von Januar bis September erwarten die von vwd befragten Analysten einen Umsatz zwischen 63,2  Mrd. und 69,0 Mrd Euro, ein Betriebsergebnis zwischen 2,4  Mrd. und 2,7 Mrd Euro sowie ein Ergebnis vor Steuern zwischen 6,23  Mrd. und 6,9 Mrd Euro. Eon wird die Zahlen erstmals nach US-GAAP berichten und hat bislang keine verbindlichen Pro-forma-Werte aus dem Vorjahr veröffentlicht. Addierte Daten von 1999 von Veba und Viag - wie sie Eon noch für das erste Halbjahr präsentierte - werden von Analysten als wenig aussagekräftig eingeschätzt. Die Schätzungen seien daher auch "mit größter Vorsicht zu genießen", betonte West-LB-Analyst Klaus Repkes.

Den Trend des Neunmonatsergebnisses haben jedoch bereits die nicht konsolidierten Daten zum Halbjahr vorgegeben: Auf Grund von Beteiligungsverkäufen wird sich der Düsseldorfer Konzern einen höheren Überschuss nach Steuern sichern. In den ersten sechs Monaten verzeichnete Eon hier ein Plus von 17 %. Das Betriebsergebnis wird vor allem wegen einer schlechteren Energiesparte um etwa zehn Prozent sinken. Diese Zahl hatte das Unternehmen bereits für das Halbjahr bekannt gegeben und auch für das Gesamtjahr prognostiziert. Im Chemie- sowie Ölbereich werden die Zahlen für die neun Monate nach Ansicht von Beobachtern deutlich gestiegen sein.

Klare Aussagen vom Eon-Vorstand erhoffen sich Analysten über den beabsichtigten Ausbau des Kerngeschäfts. Nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Suez Lyonnaise des Eaux und den - zumindest laut Presseberichten - geplatzten Übernahmen der Wasserversorger Azurix und Saur ist derzeit offenbar kein großer Schritt in Sicht. "Eon hat es schwer, etwas passendes zu finden", erläutert Matthias Heck von Sal. Oppenheim. Dabei sei der Konzern vor allem im Wasser- und Gasgeschäft noch unterrepräsentiert.

Die finanziellen Mittel auch für eine größere Akquisition wären nach den zahlreichen Desinvestitionen der vergangenen Monate vorhanden. Zudem stehen mit der Bonner VAW aluminium AG und der Duisburger Klöckner & Co AG noch zwei bedeutende Töchter auf der Verkaufsliste. Und auch eine mögliche Übertragung der Viag Intercom-Beteiligung an British Telecom steht noch aus. Eon müsse jetzt sagen, was mit dem ganzen Geld passieren solle, betont Sal. Oppenheim-Analyst Heck.

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