Eon-Tochter liebäugelt mit weiterer Börsenplatzierung
Stinnes-Aktionäre befürchten Zerschlagung des Konzerns

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon AG hat erste Schritte eingeleitet, um sich von seiner Mehrheitsbeteiligung an dem Logistikkonzern Stinnes zu trennen.

agr DÜSSELDORF. Eine Investmentbank sei damit beauftragt worden, alle möglichen Handlungsoptionen zu prüfen, sagte Stinnes-Vorstandschef Wulf Bernotat auf der Hauptversammlung der Eon-Tochter. Dabei handelt es sich um Credit Suisse First Boston (CSFB). Eon hält 65,4 % der Anteile an Stinnes. Eon will sich aber auf das Energiegeschäft konzentrieren und sich daher von verschiedenen Aktivitäten trennen, wie beispielsweise auch von der Chemie-Tochter Degussa.

Aktionärsvertreter beklagten sich dann auch über die Ungewissheit, die mit dem noch in diesem Jahr geplanten Verkauf über der Stinnes-Aktie schwebt. Gewarnt wurde insbesondere vor dem Verkauf an einen Finanzinvestor. Damit drohe die Zerschlagung von Stinnes in die drei Teile Schenker (Landverkehr), Brenntag (Chemielogistik) und Interfer (Werkstofflogistik), meinte die Sprecherin der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre (SdK). Als abschreckendes Beispiel führte sie den Verkauf der Eon-Verpackungstochter Schmalbach-Lubeca an, die kürzlich in Teilen an den australischen Amcor-Konzern veräußert worden ist.

Bernotat wollte sich zu den verschiedenen Szenarien nicht äußern. Es sei noch zu früh, um über die Zukunft von Stinnes zu spekulieren. In Branchenkreisen wird nicht vor dem Sommer mit einer Entscheidung der Eon gerechnet. Bernotat ließ aber durchblicken, dass er einen Börsengang bevorzugt.

"Im Hinblick auf die erfolgreiche Entwicklung von Stinnes in den letzten Jahren spricht sicher viel für eine weitere Börsenplatzierung", meinte der Stinnes-Chef angesichts der positiven Kursentwicklung der Aktie. Bernotat fügte aber hinzu, dass es allerdings auch andere Optionen für Stinnes gebe.

Analysten halten ebenfalls eine Aufgliederung des Konzerns für möglich. Als Perle des Konzerns gilt dabei Schenker. Als Interessenten für den Spediteur werden neben dem US-amerikanischen Paketdienstleister UPS, die schweizerische Kühne & Nagel und auch die Deutsche Bahn gehandelt.

Durch die Diskussion über den Verkauf des Konzerns wurde der gute Start in das neue Jahr in den Hintergrund gedrängt. Zwar ist das Ergebnis des Werkstoffbereichs im ersten Quartal deutlich eingebrochen, doch wurde dies von den beiden großen Bereichen Verkehr- und Chemielogistik mehr als ausgeglichen. Der Umsatz ist durch den konjunkturell bedingten Einbruch im Geschäftsfeld Stahl um 8,4 % auf 2,9 Mrd. Euro gesunken. Das Betriebsergebnis kletterte hingegen um 2 % auf 57,8 Mill. Euro. Bereinigt um Rückstellungen für Aktienoptionen liegt das Plus bei 16,3 %.

Für das Gesamtjahr bleibt Stinnes optimistisch. Der Konzern geht nach wie vor davon aus, dass sich die Konjunktur im Jahresverlauf erholen wird. Daher wird mit einer Steigerung des operativen Ergebnisses (Ebit) um 9 % gerechnet.

Quelle: Handelsblatt

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