Eon-Tochter liefert Rekordergebnis – Wechsel an der Vorstandsspitze
Thüga wird nicht zerschlagen

Nach der Fusion von Eon und Ruhrgas sieht es danach aus, dass bei der lukrativen Stadtwerkeholding Thüga alles beim Alten bleibt. Ab Juli leitet Ex-Bayernwerk-Manager Armin Geiß das Unternehmen.

mwb MÜNCHEN. Der designierte Vorstandschef der Eon-Tochter Thüga, Armin Geiß, glaubt fest daran, dass die größte kommunale Energiegruppe in Deutschland nicht zerschlagen wird: "Das Thüga-Geschäftsmodell ist nicht in Frage gestellt", sagte er am Montag auf der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens. Im Zuge der Fusion von Eon und Ruhrgas waren immer wieder Spekulationen aufgekeimt, das Gasgeschäft der Ertragsperle werde Ruhrgas zugeschlagen und das Stromgeschäft Eon Energie.

Danach sieht es derzeit nicht aus. Zu kompliziert und aufwendig wäre nach Ansicht von Branchenkennern eine Entflechtung der Eon-Tochter, die 126 Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken hält. "Die Thüga ist erfolgreich und groß genug in der jetzigen Form weitergeführt zu werden", sagt auch Karin Brinkmann, Analystin der Hypo-Vereinsbank. Der Eon-Konzern hält inzwischen 97 % der Thüga-Anteile. Nur noch 3 % sind breit gestreut.

Zum ersten Juli übernimmt das bisherige Vorstandsmitglied Geiß den Chefposten von Dieter Nagel, der mit 63 Jahren aufhört und in den Aufsichtsrat wechselt. Der 52-jährige Energiemanager war bereits als Projektleiter bei der Fusion von Preussen-Elektra und Bayernwerk zur Eon Energie AG für die Integration der beiden Unternehmen zuständig. Mit Geiß wird der Posten hochkarätig besetzt - auch das ein deutliches Zeichen, dass der neue Eon-Chef Wulf Bernotat an der Thüga in ihrer jetzigen Form festhalten will.

Die Thüga habe schon immer eine Sonderstellung im Konzern eingenommen und könne nicht einfach zu einem Vertriebsarm umfunktioniert werden, versicherte Nagel. Da das Unternehmen immer nur eine Minderheit halte, behielten letztlich immer die Kommunen bei den Stadtwerken die Entscheidung, bei welchem Energieerzeuger eingekauft wird. Einfluss gewinnt die Thüga allerdings, in dem sie den Stadtwerken Know-how bei Technik, Betriebswirtschaft und Marketing zur Verfügung stellt. Probleme mit dem Kartellamt gebe es derzeit nicht. Aber es werde nach der Eon-Ruhrgas-Fusion in Zukunft schon schwieriger werden, Beteiligungen über 25 % zu erwerben, räumte Nagel ein.

Die Thüga liefert hohe Gewinne an die Mutter und damit die besten Argumente gegen eine Zerschlagung selbst. Das Ergebnis aus den 126 Beteiligungen erhöhte sich um 22 % auf 300 Mill. Euro. Insgesamt blieb dank üppiger Sondererträge aus Verkäufen von Beteiligungen wie der EGM Erdgas Mitteldeutschland, Heingas oder Avacon ein Rekord-Jahresüberschuss von 645 Mill. Euro übrig. Das operative Ergebnis legte um 4 % auf 182 Mill. Euro zu. Der Umsatz verringerte sich allerdings um 77 Mill. Euro auf 342 Mill. Euro, weil drei Eigenbetriebe in Beteiligungsunternehmen eingegliedert wurden. Die Dividende soll um 11 % auf 1 Euro je Stückaktie angehoben werden. Im laufenden Jahr erwartet der Vorstand eine deutliche Steigerung der operativen Erträge. Das Unternehmen stockte unter anderem Beteiligungen an der Berliner Gasag auf 24,9 % und an Erdgas Bayern auf 50 % auf.

Offen ist noch, ob die Thüga organisatorisch an die Eon Energie oder die Ruhrgas angegliedert wird oder als eigene Konzernsäule bestehen bleibt. "Das ist aber keine Entscheidung, die auf die Lange Bank geschoben wird", betonte Nagel. Der Ende April ausgeschiedene Eon-Energie-Chef Hans-Dieter Harig hatte kürzlich betont, dass schon "etwas Vernünftiges dabei herauskommen werde".

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%