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Eon und britische PowerGen sprechen über Kooperation

Die ersten Gespräche fänden im Rahmen der Prüfung strategischer Optionen zum Ausbau des Energiegeschäfts statt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Reuters DÜSSELDORF. Der deutsche Eon-Konzern und der größte britische Stromversorger PowerGen sprechen über eine mögliche Zusammenarbeit. Die ersten Gespräche fänden im Rahmen der Prüfung strategischer Optionen zum Ausbau des Energiegeschäfts statt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Es sei aber offen, ob die Gespräche zu einem positiven Abschluss führen, hieß es. PowerGen bestätigte in London, mit Eon über eine mögliche Zusammenarbeit zu sprechen, teilte aber zudem mit, auch von einer Reihe anderer Unternehmen Anfragen vorliegen zu haben, die zu einem Angebot führen könnten. Analysten schätzen den Kaufpreis für PowerGen auf etwa 16 Mrd. DM.

Die Aktien der beiden Unternehmen reagierten unterschiedlich auf die Nachricht. Während die Eon-Aktie im frühen Handel um über zwei Prozent auf 59,57 Euro nachgab, stiegen PowerGen in London um über 13 % auf 687 Pence. Anfang Januar hatte Eon noch jeden Kommentar zu Spekulationen über eine mögliche Übernahme des britischen Unternehmens abgelehnt. Eon will aber erklärtermaßen zu einem führenden europäischen Energieanbieter werden und dieses Ziel in erster Linie durch Zukäufe erreichen. Am Mittwoch kündigte Eon an, zu weiteren Details im Zusammenhang mit PowerGen erst dann Stellung zu nehmen, wenn es einen Vertragsabschluß geben sollte. Im August vergangenen Jahres war der Versuch des aus Veba und Viag fusionierten Konzerns gescheitert, mit der französischen Suez-Gruppe zu fusionieren. Im Dezember hatte Konzernchef Ulrich Hartmann erklärt, man sei vor allem an integrierten Stromanbietern interessiert, wie sie etwa im Zuge der Liberalisierung des spanischen Marktes entstehen dürfen. In der Branche wird darauf hingewiesen, dass auch der größte britische Stromanbieter PowerGen ein solch integriertes Unternehmen ist, das Strom sowohl erzeugt als auch verteilt. Besonders wertvoll dürfte dabei der direkte Zugang von PowerGen zum Endkunden sein, heißt es in der Branche.

Hartmann hatte gesagt, Eon habe für "kleinere und mittlere Akquisitionen" genügend Mittel. Experten schätzten den Kaufpreis für PowerGen inklusive einer Prämie auf gut acht Mrd. Euro. Das Unternehmen hat nach Reuters-Daten eine Marktkapitalisierung von 4,1 Mrd. Pfund, Eon von etwa 44,7 Mrd. Euro. Über die "Kriegskasse" von Eon wurde seit einiger Zeit spekuliert. Hartmann hatte von einer zweistelligen Milliarden-Euro-Summe gesprochen, die zusammenkäme, nähme man alle Erlöse der zum Verkauf stehenden Konzernteile zusammen.

Am Dienstag hatte Eon den Verkauf seiner Beteiligung am Mobilfunkunternehmen Viag Interkom an die British Telecom (BT) für 7,25 Mrd. Euro bekannt gegeben. Zusammen mit Darlehen, die Eon Viag Interkom gegeben hatte und die nun zurückgezahlt werden, fließen Eon 11,4 Mrd. Euro in die Kasse.

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