Eon und Techwerte belasten
Dax leidet unter der Kriegsangst

Furcht vor einem Krieg im Irak und starke Kursverluste beim Energieversorger Eon sowie den Technologiewerten haben den Deutschen Aktienindex am Mittwoch stark ins Minus gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Das deutsche Börsenbarometer schloss die Sitzung mit einem Minus von 3,74 Prozent bei 3022 Punkten. Auf dem Dax lasteten unter anderem die Kursverluste des Indexschwergewichts Eon, nachdem am Dienstag das vorläufige Verbot zur Übernahmen der Ruhrgas per Gerichtsurteil bestätigt worden war. Die Aktien von Eon verloren 5,77 Prozent auf 40,01 Euro. Einer der wenigen Gewinner im Dax waren gestützt von anhaltenden Fusionsfantasien die Papiere der HypoVereinsbank, die 1,82 Prozent auf 15,69 Euro gewannen.

Das Thema Irak sei wieder in den Markt gekommen, nachdem sich US-Präsident Bush besorgt über Lücken im jüngsten irakischen Waffenbericht geäußert hatte. "Der Markt reagiert derzeit auf jede Äußerung von Bush zur Irakkrise besonders sensibel", sagte ein Händler. Mit dem Bericht sollte Irak den Vereinten Nationen (UNO) umfassend Auskunft über die irakischen Waffenprogramme geben. Die USA haben mit einem Militärschlag gedroht, sollte Irak nicht mit der UNO kooperieren. Ein Krieg in der ölreichen Region gilt als besonders schädlich für die Wirtschaft in den von Rohöl abhängigen Industrienationen.

Der Ölpreis zog am Terminmarkt in Reaktion auf die Äußerungen weiter an. Ein Barrel der Marke Brent zur Lieferung im Februar verteuerte sich um 78 Cents auf 28,70 Dollar.

"Sorgen über einen bevorstehenden Krieg im Irak sind der eine Grund für die Dax-Schwäche. Der andere ist der Verfallstermin am Freitag", sagte Boris Böhm, Fondsmanager bei Nordinvest. Am Freitag werden die Optionen und Aktien auf den Dax sowie auf einzele Aktien fällig. Vor dem quartalsweise anstehenden Termin versuchen Anleger traditionell die Kurse von Aktien, auf die sie Derivate haben, in ihrem Sinne zu beeinflussen. Böhm geht nach eigenen Worten davon aus, dass viele auf einen Dax bei 3000 Punkten gesetzt hatten und das Börsenbarometer nun in diese Richtung drücken wollten. "Von einer Jahresendrally spricht niemand mehr, wichtig ist nun, dass wir die Unterstützung bei 3000 Punkten halten", sagte ein Händler.

Die Allianz-Aktie verlor 3,25 Prozent auf 101,60 Euro, was Händler mit der Schwäche des Gesamtmarktes und nicht mit dem überraschend angekündigten Rücktritt von Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle erklärten. "Die Allianz-Aktie fällt mit dem Markt. Ich kann nichts erkennen, was an dem Rückzug des Allianz-Chefs oder den Mitteilungen des Unternehmens die Aktie positiv oder negativ beeinflussen könnte", sagte ein Händler. Schulte-Noelle macht nach eigenen Angaben aus persönlichen Gründen Platz für seinen Vorstandskollegen Michael Diekmann, der im April 2003 die Leitung des Konzerns übernehmen soll.

Zu den größten Kursverlierern im Dax zählten die Aktien von Technologiefirmen wie Epcos und Infineon, die nach Händlereinschätzung unter von schwachen Geschäftszahlen des weltweit größten Herstellers von Speicherchips, Micron Technology, litten. Micron-Papiere verloren in den USA mehr als 22 Prozent, nachdem das Unternehmen für das vergangene Quartal einen hohen Verlust ausgewiesen hatte. Micron hatte rückläufige Chippreise, unter denen auch die Konkurrenz leidet, für die Verluste verantwortlich gemacht. In Frankfurt büßten Epcos-Stücke fast zwölf Prozent auf 10,76 Euro ein, Infineon-Aktien gaben 8,3 Prozent auf 7,20 Euro nach.

Die Aktien von Europas größtem Internetanbieter T-Online fielen um 6,9 Prozent auf 5,12 Euro und markierten zwischenzeitlich ein Jahrestief bei 5,02 Euro. Seit die Muttergesellschaft Telekom Anfang Dezember mehr als 100 Millionen Aktien zu 6,10 Euro platziert hat, gibt der T-Online-Kurs sukzessive nach.

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