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Eon will die Strompreise erhöhen

Der Energiekonzern hält Erhöhungen von bis zu zehn Prozent für notwendig. Im vergangenen Jahr steigerte Eon das Betriebsergebnis deutlich.

dpa DÜSSELDORF. Deutschlands größter Energiekonzern Eon will noch im laufenden Jahr den Strompreis für Privatkunden erhöhen. "Die Preise müssen zwischen fünf und zehn Prozent steigen", sagte der Vorstandsvorsitzende Ulrich Hartmann am Donnerstag bei der Vorlage der Jahresbilanz in Düsseldorf. Nach wie vor arbeiteten alle Stromproduzenten nicht Kosten deckend. Daher bestehe die Notwendigkeit, die Preise anzupassen. Eon werde versuchen, eine Erhöhung durchzusetzen.

Nach Hartmanns Worten ist der größte private Energiedienstleister Europas im vergangenen Geschäftsjahr dem Ziel, ein weltweit führendes Unternehmen zu werden, ein gutes Stück näher gekommen. Er nannte die Übernahme der Mehrheit am schwedischen Stromkonzern Sydkraft sowie die geplanten Übernahmen der britischen Powergen und der Mehrheit am Ruhrgas-Konzern. Die Fokussierung auf die Energie spiegele sich auch in den Kennzahlen wider.

Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte der Eon-Konzern sein Betriebsergebnis um 45 % auf rund 3,6 Mrd. ?. Davon entfielen knapp 2,0 Mrd. ? auf das Kerngeschäftsfeld Energie, was einer Steigerung um 14 % entspricht. Der Konzernüberschuss sank um 44 % auf rund 2,0 Mrd. ?. Grund dafür sind Unternehmensverkäufe, die den Überschuss im vergangenen Jahr stark erhöht hatten. Außerdem schlug der Verkauf des Wafer-Herstellers MEMC mit einem Verlust von 810 Mill. ? zu Buche. Der Umsatz nahm vor allem durch den Verkauf von Unternehmen um zehn Prozent auf 79,7 Mrd. ? ab. Eon will seine Dividende um 19 % auf 1,60 ? je Aktie erhöhen.

Im laufenden Jahr will Eon das Betriebsergebnis weiter steigern. Durch Verkaufsgewinne werde auch der Jahresüberschuss deutlich über dem Vorjahreswert liegen. Eon will sich noch im laufenden Jahr von seinem 65,4-Prozent-Anteil am Logistikkonzern Stinnes trennen werde, der nach derzeitigem Kurs an der Börse einen Wert von rund zwei Mrd. ? habe. Auch die Telekommunikationsbeteiligungen in Frankreich und Österreich sollten zügig abgegeben werden. Diese Beteiligungen seien zwei bis drei Mrd. ? wert. Bei Degussa (Spezialchemie) und Viterra (Immobilien) verfolge Eon weiter "einen eher mittelfristigen Zeithorizont".

Hartmann betonte, dass Wasser hinter Strom und Gas nach wie vor zum Kerngeschäft zähle. "Wir werden Gelsenwasser nach Kräften fördern. Einen Verkauf schließen wir aus", sagte der Eon-Chef. Die Konzerntochter Eon-Aqua hält über 80 % am größten privaten Wasserversorger in Deutschland Gelsenwasser. Das Geschäft mit dem Wasser gilt als hochprofitabel und zukunftsträchtig. Vor allem dem Eon-Konkurrenten RWE in Essen wird großes Interesse an einer Übernahme von Gelsenwasser nachgesagt.

Bei der geplanten Übernahme von Deutschlands größtem Gashändler Ruhrgas rechnet Eon für Mitte Juli mit einer Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums. Eon-Vorstandschef Ulrich Hartmann rechnet mit der so genannten Ministererlaubnis. "Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile wiegen mögliche Wettbewerbsbeschränkungen auf", sagte Hartmann. Nach der Untersagung der Mehrheitsübernahme an der Essener Ruhrgas durch das Bundeskartellamt hatte Eon eine ministerielle Erlaubnis beantragt.

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