Eon will Mehrheit an Ruhrgas
RAG-Ruhrgasanteil noch nicht bei Eon

Der Aufsichtsrat des Kohleproduzenten RAG hat nach Angaben aus Unternehmenskreisen zunächst nicht über die erwartete Übertragung von Anteilen der Ruhrgas an den Energiekonzern Eon entschieden.

Reuters ESSEN. "Entscheidende Schritte über die Eon-Pläne bei der Ruhrgas hat es am Donnerstagabend auf der Aufsichtsratssitzung nicht gegeben", hieß es in Kreisen der RAG am Freitag in Essen. Die RAG hält die Mehrheit am Ruhrgas Bergemann GmbH. -Großaktionär An diesen Anteilen ist Eon interessiert. Sollte mit der RAG Einigkeit erzielt werden, würde Eon Europas größten Gashändler kontrollieren. Eon hat die Mehrheitsübernahme an der Ruhrgas bereits beim Bundeskartellamt angemeldet und dabei den RAG-Anteil schon eingerechnet.

Bei seinem erklärten Ziel, die Mehrheit an der Ruhrgas zu erlangen, fährt Eon zweigleisig. Neben dem Erwerb der Gelsenberg, will der größte private europäische Stromkonzern auch die Ruhrgasbeteiligungstochter Bergemann komplett übernehmen. Im August hatte Eon mit dem britischen Mineralölkonzern BP ein Tauschgeschäft vereinbart, bei dem Eon für die Abgabe der Tochter Veba Oel von BP die Mehrheit an Gelsenberg erwerben will. Gelsenberg hält 25,5 % der Ruhrgasanteile. Nach Ansicht des Bundeskartellamtes ist das geplante Tauschgeschäft in der vorliegenden Form nicht genehmigungsfähig, da die Fusion zu einer marktbeherrschenden Stellung bei Gas und Strom führen würde.

Die Behörde räumte den Firmen bis Freitag eine Frist zur Stellungnahme ein. Eine Aussage von Eon, ob das Unternehmen eine Stellungnahme abgeben werde, war am Vormittag nicht zu erhalten. Ein Sprecher der Behörde sagte auf Anfrage: "Wir stehen in Kontakt mit Eon."

In kleinen Schritten verläuft bislang die Übernahme von Bergemann. Nachdem sich Eon Ende Oktober mit Vodafone über den Erwerb von deren Bergemann-Anteilen geeinigt hatte, teilte Eon Mitte November mit, sich auch mit ThyssenKrupp und dem RWE über den Kauf von deren Bergemann-Anteilen geeinigt zu haben. Die Mehrheit an Bergemann hält jedoch die RAG. Nur bei einer Einigung mit der RAG hätte Eon rund 60 % der Ruhrgas-Anteile und damit die Kontrolle.

Medienspekulationen zufolge plant Eon der RAG, einen Tausch für deren Bergemann-Anteil anzubieten. Als mögliche Tauschobjekte waren immer wieder die Eon-Töchter Viterra (Immobilien), Stinnes (Logistik) oder Degussa (Spezialchemie) genannt worden. Eon wollte sich bisher zu diesen Spekulationen nicht äußern.

Die RAG teilte am Freitag zudem mit, Anfang 2002 von der RWE und Eon deren Anteile des Kraftwerkbetreibers Steag zu übernehmen. Bislang hält die RAG 72,2 % an Steag. Eon und RWE besitzen über die Gesellschaft GfE rund 25,9 % an Steag. Finanzielle Details dazu wurden nicht genannt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%