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Eon wird ganz aus Orange Schweiz aussteigen

Nach dem Verkauf des 42,5-Prozent-Pakets an France Telecom wird Eon voraussichtlich 2002 auch den verbleibenden "sehr geringen Anteil" an der Orange Communications veräußern.

vwd DÜSSELDORF. Die Eon AG wird voraussichtlich 2002 aus der Orange Communications SA ganz aussteigen. Im Zuge des Paketverkaufs an France Telecom verbleibe ein "sehr geringer Anteil" an dem Schweizer Mobilfunkunternehmen, der nach Ablauf der Haltefrist abgegeben werde, sagte ein Eon-Sprecher am Mittwoch zu vwd. Diese Frist beträgt ein Jahr ab dem Zeitpunkt der Erstnotiz von Orange Communications, die im ersten Halbjahr 2001 an die Börse gebracht werden soll. Der restliche Anteil werde aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls von France Telecom übernommen, an die Eon sein 42,5-Prozent-Paket an Orange Schweiz veräußert.

Die genaue Höhe des verbleibenden Eon-Anteils, der sich aus der zu drei Vierteln in Aktien geplanten Finanzierung des Kaufpreises ergibt, lässt sich dem Konzernsprecher zufolge noch nicht beziffern, da Fragen wie Strukturierung und Marktkapitalisierung der künftigen börsennotierten Orange noch unklar seien. Auch der Buchgewinn aus dem Anteilsverkauf an die Franzosen lasse sich wegen der Umstellung im Konzern auf US-GAAP derzeit nicht ermitteln. Zum Maximalerlös des Verkaufs sowie zum Orange-Unternehmenswert waren offiziell keine Angaben zu erhalten.

Legt man jedoch die Kundenzahl von 850 000 und die Einwohnerzahl der Schweiz von 7,3 Millionen zu Grunde, so ergibt sich anhand der genannten Werte von über 5 000 Euro pro Kunde und mehr als 600 Euro pro Einwohner ein Unternehmenswert von mehr als 4,4 Mrd Euro. Der maximale Erlös aus der Transaktion dürfte bei 1,9 Mrd Euro liegen, wenn die mögliche Erhöhung um bis zu rund 20 % je nach Ausgang der anstehenden UMTS-Lizenzversteigerung in der Schweiz sowie der potenzielle Höchstgewinn aus dem Verkauf der Eon verbleibenden Orange-Anteile berücksichtigt werden.

Die Beteiligung an Orange Schweiz stammt aus dem Portfolio der Münchner Viag AG, die sich im Sommer mit der Veba AG in Düsseldorf zur Eon als drittgrößtem deutschen Industriekonzern vereinigte. Die übrigen Anteile liegen bislang zu 42 % von der zu France Telecom gehörenden Orange plc, Bristol, zu zehn Prozent bei der Banque Cantonale Vaudoise in Lausanne und zu fünf Prozent bei der Swissphone Engineering. In ihrem ergänzenden Geschäftsfeld Telekommunikation unterhält die Eon noch eine Reihe von Beteiligungen. So besitzt sie 45 % am viertgrößten deutschen Mobilfunkbetreiber Viag Interkom GmbH, München, die sie im Zuge einer Optionsvereinbarung im Januar 2001 an British Telecommunications plc, London, veräußern kann.

Diese wiederum hat das Recht, die Beteiligung von Mai bis Juli zu erwerben. Mit 30 % ist Eon an der Connect Austria GmbH in Wien beteiligt, die jetzt in Österreich eine UMTS-Lizenz ersteigert hat. 17,5 % hält der Düsseldorfer Konzern ferner an der französischen Bouygues Telecom, und die ebenfalls von der Viag eingebrachte Tochter Viag Europlattform AG in Vaduz rundet das Telekommunikations-Engagement ab.

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