Epcos-Aktien legen zu
Epcos setzt wegen Mobilfunk seine Prognosen herunter

Die Epcos AG hat ihre Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2000/2001 wegen des schwächeren Mobilfunkgeschäfts erneut nach unten korrigiert. Epcos rechne nur noch mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent und einer operativen Umsatzrendite (Ebit-Marge) von 17 Prozent, sagte der scheidende Vorstandschef Klaus Ziegler am Dienstag auf der Hauptversammlung in Münche

Reuters MÜNCHEN. Der Auftragseingang beim Mobilfunk habe sich in den vergangenen acht Wochen im Vergleich zum Vorjahr erheblich abgeschwächt. Epcos rechne erst im Sommer wieder mit einer Erholung des Geschäfts. Die Epcos-Aktien legten trotz des schwächeren Ausblicks 4,75 % zu, was Händler den Kursgewinnen der Halbleiterfirmen an der US-Börse zuschrieben.

Epcos - Intraday-Chart

Die Schwäche des Mobilfunkmarktes habe Epcos keineswegs überrascht, sagte Ziegler vor den Aktionären. Sie sei aber sehr plötzlich gekommen und mache sich seit Anfang Januar in den Zahlen bemerkbar. Die verhaltene Entwicklung des Mobilfunkmarktes hatte bereits mehrere Handy-Hersteller und Halbleiter-Produzenten zur Revision ihrer Prognosen veranlasst. Epcos-Konkurrent Sawtek hatte erst in der vergangenen Woche vor schwächeren Auftragseingängen gewarnt.

Anfang Februar war Epcos noch von einem Umsatzwachstum von rund 25 % und einer Ebit-Marge von 19 % ausgegangen. Dabei war Ziegler schon von einer früheren Prognose über ein Umsatzwachstum von 25 bis 35 % abgerückt. Im ersten Quartal 2000/2001 hatte Epcos eine operative Umsatzrendite von rund 22 % erzielt.

"Wenn auch die Ergebnisse des ersten Quartals erfreulich waren, werden auch wir im zweiten und dritten Quartal die Folgen der Bestandsbereinigung im Mobilfunk spüren", bekräftigte Ziegler eine frühere Warnung. Erst ab dem Sommer rechne das Unternehmen wieder mit einer Belebung des Mobilfunkgeschäfts, das nach Angaben eines Sprechers knapp 30 % des Umsatzes ausmacht. Die für das Geschäftsjahr 2000/2001 (zum 30. September) geplanten Investitionen strich Epcos auf rund 350 Mill. Euro von bisher 450 Mill. Euro zusammen.

Analysten und Investoren zeigten sich von der reduzierten Prognose wenig überrascht. "Dass der Handymarkt ganz mau aussieht, war nicht ganz neu. Das offizielle Statement war eine Gewinnwarnung, aber es war vom Markt erwartet", sagte Karsten Iltgen, Analyst bei der WestLB. "Dass Epcos nun ihre Prognosen senkt, das war schon eingepreist", stimmte ein Händler zu. Deshalb würden die Aktien nicht negativ reagieren, sondern würden weiter von den Kursgewinnen der Chiphersteller in den USA beflügelt. Außerdem hätten die Titel in den vergangenen Wochen erhebliche Verluste verbucht. Bis zum Vormittag stiegen die Epcos-Aktien um 4,75 % auf 71,60 Euro.

Nach wie vor gute Nachfrage verzeichnet Epcos Ziegler zufolge aus der Automobil-, Industrie- und Konsumelektronik, die den Angaben zufolge rund zwei Drittel des Umsatzes ausmachen. "Auch das Geschäft mit der klassischen Telekommunikation läuft nach wie vor gut", sagte Ziegler, der als Vorstandschef zum 1. April von Gerhard Pegam abgelöst wird. Ziegler kandidiert auf der Hauptversammlung für den Vorsitz des Aufsichtsrats, den Albrecht Schäfer zum 31. März abgibt.

Epcos schlägt seinen Aktionären auf der Hauptversammlung die Zahlung einer ersten Dividende in der Geschichte des Unternehmens für das abgelaufene Geschäftsjahr von einem Euro vor. Epcos entstand aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Siemens AG und der japanischen Matsushita und ist seit Oktober an der Börse notiert. Siemens und Matsushita halten noch jeweils 12,5 % an dem Hersteller passiver elektronischer Bauelemente.

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