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Epcos sieht verbesserte Auftragslage

Trotz einer leichten Verbesserung der Auftragslage ist es nach den Worten von Epcos-Chef Gerhard Pegam noch zu früh, von einer Erholung des Marktes für passive elektronische Bauelemente zu sprechen.

Reuters CANNES. Die Stornierung von Aufträgen seien in den letzten vier bis fünf Wochen substanziell zurückgegangen, während die Aufträge angestiegen seien, sagte Pegam am Rande einer Veranstaltung der Deutschen Bank in Cannes. Es seien jedoch stärkere Anzeichen nötig, um von einer Erholung des Marktes sprechen zu können. "Wenigstens hat sich die Situation nicht verschlimmert. Es sieht so aus, als hätten wir die Talsohle erreicht", sagte Pegam. Die Epcos-Aktien notierten in einem schwächeren Markt ebenfalls leicht im Minus bei 73,35 Euro.

Der Münchener Epcos-Konzern hatte wegen der Schwäche des Telekommunikationsmarktes bereits dreimal seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr (zum 30. September) gesenkt. Der weltweit zweitgrößte Hersteller passiver Bauelemente erwartet nun ein Umsatzwachstum zwischen zehn und 15 Prozent und eine operative Ergebnismarge von rund 16 Prozent. Im zweiten Quartal hatte Epcos einen Rückgang beim Auftragseingang von 53 Prozent verzeichnet. Pegam hatte Anfang Mai auf der Bilanzpressekonferenz eine Verbesserung der Lage für das vierte Quartal angekündigt.

Analysten erwarten zumindest eine Stabilisierung der Situation in der zweiten Hälfte des Jahres 2001, weil die Abnehmerbranchen ihre vollen Komponentenlager immer mehr abbauten. Eine Trendwende könnte aber noch auf sich warten lassen. "Es wird erst eine echte Erholung geben, wenn die Nachfrage der Konsumenten für die Produkte wieder steigt und die Unternehmen anfangen zu investieren", sagte Bernd Laux von Credit Agricole.

Epcos erzielt rund 40 Prozent seines Umsatzes mit Komponenten für die Telekombranche. "Alle anderen Bereiche, speziell die Automobilelektronik und die Industriekomponenten, laufen gut", betonte Pegam. Die Consumer Elektronik-Branche verlange jedoch wegen der unsicheren Nachfrage nach ihren Produkten immer kürzere Lieferzeiten. Teilweise forderten die Kunden Lieferzeiten von zwei Wochen statt normalerweise vier bis sechs Wochen. Das setze auch Epcos unter Druck.

Der Technologiekonzern wolle sich nach den Worten Pegams zunehmend auf die Kontrolle der Kosten statt auf das Wachstum konzentrieren. Dabei würden Teile der Produktion ins billigere Ausland wie Ungarn, China, Singapur, Spanien oder Portugal verlagert. Das geschehe zum Teil aus Kostengründen, aber auch, um näher beim Kunden zu sein, erläuterte Pegam. "Einige dieser Dinge wurden schon vor einem Jahr entschieden. Doch sie konnten nicht durchgeführt werden, weil wir es uns wegen der hohen Kapazitätsauslastung nicht leisten konnten, Maschinen abzuschalten und nach Ungarn zu bringen", fügte der Epcos-Chef hinzu. Andere Entscheidungen seien aber erst angesichts der Marktschwäche vor allem im Mobilfunk getroffen worden. Anfang Mai hatte der Konzern den Abbau von mehreren 100 Stellen und zeitlich befristeter Arbeitsverhältnisse angekündigt

Der seit 1999 börsennotierte Epcos-Konzern ging aus einem Gemeinschaftsunternehmen der Siemens AG und der japanischen Matsushita Electrical Industrial Co, dem Marktführer bei passiven Bauelementen, hervor.

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