Epcos und Hypovereinsbank im Blickpunkt
Dax schließt fest

Nach Vorlage von Quartalszahlen haben am Donnerstag die Aktien von Epcos und der Hypovereinsbank das Interesse in einem ansonsten umsatzschwachen, aber freundlichen Handel auf sich gelenkt. Der Dax schloss um 1,7 Prozent fester bei 5675 Punkten.

Reuters FRANKFURT. Heidrun Heutzenröder, Fondsmanagerin bei der Adig, sagte mit Blick auf die Marktentwicklung: "Die Berichtssaison für das zweite Quartal ist noch nicht beendet, der Revisionstrend der Analysten hält noch an. Von daher werden die negativen Unternehmensmeldungen noch anhalten. In den nächsten drei bis vier Wochen sehe ich keine Erholungstendenzen."

Für eine freundliche Entwicklung am Markt sei die Veröffentlichung von positiven Konjunkturindikatoren nötig, sagte Heutzenröder weiter. "Es gibt zwar schon ein paar Silberstreifen am Horizont, aber wir müssen noch abwarten, ob es bessere Frühindikatoren für die Konjunkturentwicklung gibt. Erstmal steht aber das Sommerloch August vor der Tür." Zudem sehe sie keine baldige Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank.



Nach Bekanntgabe eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal führten die Aktien von Epcos die Liste der Verlierer im Dax an. Die Titel rutschten um 4,5 Prozent auf 48,51 Euro. Ian Rennardson, Analyst bei Merrill Lynch in London, sagte: "Die Zahlen lagen am oberen Rand der schon reduzierten Erwartungen. Sie hätten schlimmer sein können, aber es wird auch nicht besser." Besonders enttäuschend sei der Auftragseingang im zweiten Quartal mit einem Volumen von 153 Millionen Euro. Die Prognosen von Analysten dürften künftig noch weiter nach unten gehen. "Aber ich glaube, dass man bei Epcos jetzt schon nahe am Tiefpunkt ist."

Auf der Gewinnerseite standen dagegen die Titel der Hypovereinsbank, die am Morgen nach Angaben von Händlern enttäuschende Quartalszahlen veröffentlicht hatte. Die Aktie zog um 1,44 Prozent auf 48,74 Euro an. "Die Zahlen waren enttäuschend, aber das war erwartet", sagte ein Händler zu den Bilanzdaten. "Die Aktien haben in den vergangenen Wochen stark verloren. Viele haben geahnt, dass das Ergebnis nicht gut ausfallen würde und haben die Aktien 'geshortet'." Nun würden sich die Marktteilnehmer wieder eindecken. Beim so genannten Shorten oder Leerverkäufen verkaufen Investoren in Erwartung fallender Kurse geliehene Aktien, um damit Spekulationsgewinne zu erzielen. Seit ihrem im März erreichten bisherigen Höchststand in diesem Jahr bei rund 69 Euro hat die HVB-Aktie um fast 30 Prozent verloren.

Zu den größten Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Siemens, die um 4,4 Prozent auf 59,94 Euro anzogen. Zuvor hatte die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein die Aktien auf "Hinzufügen" herauf gestuft und das Kursziel von 70 Euro beibehalten. Zudem sagten Händler, die Aufwärtsbewegung vom Vortag setze sich fort.

Kursgewinne verbuchten auch die Titel der Allianz, die um knapp drei Prozent auf 317,30 Euro kletterten. Händler sagten, bei der Kursbewegung handele es sich um eine technisch bedingte Erholung nach Verlusten der Vortage. Zu einem Zeitungsbericht, wonach die Allianz den Börsengang der Dresdner Bank-Investmentbank-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein abgesagt hat, äußerte sich ein Börsianer positiv: "Auf der einen Seite würde die Allianz von einem Börsengang der Tochter profitieren, weil sie Geld in die Kasse bekommt." Auf der anderen Seite passe die Investmentbank aber auch gut in das Gesamtkonzept der Allianz. "Die Synergien sind recht gut. Als Allianz-Aktionär würde ich für den Beibehalt der Tochter plädieren."

Der MDax beendete den Handel um 0,34 Prozent höher bei 4604 Punkten.

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