Epo-Spuren
Young erneut positiv getestet

Fünf Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Athen droht der Leichtathletik durch den US-Amerikaner Jerome Young ein neuer Doping-Skandal. Nach einem Bericht der französischen Sportzeitung "L'Equipe" soll der 400-m-Läufer beim Golden-League- Meeting am 23. Juli in Paris positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoietin (EPO) getestet worden sein.

HB PARIS/ATHEN. Sollte die B-Probe das Ergebnis bestätigten, droht ihm als möglichem Wiederholungstäter eine lebenslängliche Sperre. Der 27-Jährige war erst am 19. Juli nachträglich vom Leichtathletik-Weltverband IAAF für zwei Jahre wegen eines Anabolika-Vergehens aus dem Jahr 1999 gesperrt worden.

"Ich weiß noch nichts, aber auch ich habe gehört, dass L'Equipe das gemeldet hat", sagte IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai am Sonntag der dpa. Es sei nicht zum ersten Mal, dass besonders in Frankreich die Regeln außer Acht gelassen würden und Zeitungen einen Fall vor der IAAF meldeten. "Wenn es sich bestätigen sollte, ist aber klar, dass er lebenslang gesperrt wird." Damit würde Young genauso bestraft werden wie einst der kanadische Ex-Sprinter Ben Johnson, der fünf Jahre nach seinem Doping-Vergehen 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul erneut erwischt wurde.

Der Fall des scheinbar unverbesserlichen Young, der sich nicht für die Sommerspiele in Athen qualifiziert hat, erhält durch den erneuten Doping-Vorwurf weiteren Zündstoff. So kritisierte die IAAF die Vertagung der Entscheidung über den Entzug der Goldmedaillen für die 4x400-m-Staffel der USA, die mit Young 2000 in Sydney Olympiasieger wurde, durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). "Wir hatten geglaubt, dass sie nicht warten und unsere Entscheidung unterstützen würden", sagte Gyulai unwirsch. "Es wäre ein gutes Signal für die Welt gewesen, dass die gesamte internationale Sport-Führung die gleiche Meinung hätte. Dieses Zögern ist keine gute Botschaft."

Das IOC-Exekutivkomitee hatte am Samstag in Athen juristische Gründe für den Beschluss, erst nach dem 18. September über die Aberkennung des Olympia-Goldes zu entscheiden, angeführt. Zu dem Zeitpunkt läuft die zweimonatige Einspruchsfrist gegen die Entscheidung der IAAF ab, Young das Gold wieder weg zu nehmen. Das IOC als Hausherr der Olympischen Spiele hat allerdings in diesem Fall die letzte Verfügungsgewalt. Dass das IOC der IAAF- Vorgabe folgt, wird kaum bezweifelt.

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