Er gilt als Mann für schier unlösbare Fälle
Dollé führt den weltgrößten Stahlkonzern Arcelor

"Der Fortschritt geht weiter", ist das Motto von Guy Dollé, und der neue Vorstandschef des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelor S.A. hat auch schon seine Koffer gepackt. In Paris, wo der aus der nordfranzösischen Picardie stammende und in Metz aufgewachsene Ingenieur der staatlichen Hochschule Polytechnique seit langen Jahren lebt, hält es ihn nicht mehr. Er folgt dem Ruf an den neuen Stammsitz des vereinten europäischen Stahlkonzerns - nach Luxemburg.

abo LUXEMBURG. Guy Dollè ist für Arcelor, entstanden aus der Fusion von Frankreichs Usinor, Luxemburgs Arbed und der spanischen Aceralia, ein Mann des Übergangs. Mit seinen knapp 59 Jahren ist er erfahren genug in den vermeintlichen Entscheidungsschlachten und schmerzlichen Rückzugsgefechten, welche die Branche seit Gründung der europäischen Montanunion in Atem halten. Doch bleibt ihm noch Zeit, den neuen Stahlkoloss mit seinen unterschiedlichen Kulturen zu einer funktionierenden Unternehmung zusammen zu schmieden.

Unprätentiös im Auftreten, trägt Dollé selbst harte Entscheidungen mit weicher Stimme vor. Im Managementstil ist er, auch wenn er das vielleicht selbst nicht immer so sieht, sehr von seinem Mentor geprägt, dem Usinor-Chef Francis Mer, der künftig dem Arcelor-Aufsichtsrat vorsitzen wird. Guy Dollé war Mers Mann für schier unlösbare Fälle - und er hat sie alle mit Bravour und ohne allzu viel Blutvergießen gemeistert.

Die Fusion mit Sacilor und die Intergration des belgischen Konzerns Cockerill Sambre samt dessen deutscher Tochter Eko in Eisenhüttenstadt setzte er ebenso ins Werk wie die Sanierung der Rostfrei-Stahlsparte bei Usinor und deren Mittelmeer-Allianz Sollac, die dem Konzern wieder Aufwind gab.

Zu diesen Erfolgen führte ihn ein Bruch in seiner Karriere: Nach dem Studium arbeitete er am Stahlforschungszentrum Irsid. Erst 1984 kam er in die Industrie. Der glänzende Teamspieler, der seinen Corpsgeist seit 35 Jahren als aktiver Fußballer trainiert, wird mit dem ihm eigenen Realismus kaum geahnt haben, wohin ihn sein Weg einst führen würde: Von Metz über Paris nach Luxemburg - sozusagen nach nebenan.

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