Er glaubt an sein Internet-Geschäftsmodell
Der Weltverbesserer

Er ist 38 Jahre alt. Er ist der Spross einer angesehenen Industriellen-Dynastie der USA. Und er will nur eines: "Die Welt verändern." Benjamin du Pont glaubt, mit der Technologiebörse Yet2.com wird ihm das gelingen.

"Er ist ein Träumer", sagt einer seiner Mitarbeiter über ihn. Ein Techie, übersprudelnd vor Ideen. Er habe mehr Ideen, als er je verwirklichen kann. Ein du Pont der achten Generation, hat der 14 Jahre lang für den Chemiekonzern gearbeitet - und nebenbei zwei Firmen gegründet, einen Softwarehersteller und eine Firma, die Webseiten entwirft. Beide gibt es noch, beide sind erfolgreich. Aber für keine von beiden gab du Pont seinen Job bei Dupont auf. "Ich schrieb die Businesspläne und suchte die richtigen Leute aus", sagt er.

Dann kam Yet2.com. "Das Konzept hat das Potenzial, die Art zu verändern, wie die Welt funktioniert", sagt du Pont mit vor Begeisterung leuchtenden Augen. Und dafür kündigte der damals einzige Vertreter der Gründerfamilie bei Dupont und ging als President zu einem Startup.

Yet2.com ist eine Online-Börse, über die Unternehmen jeder Größe Technologien austauschen können. "Wir machen für Technologien und Patente möglich, was die Aktienmärkte für Unternehmensbeteiligungen ermöglicht haben", sagt der Amerikaner. Wichtig ist, dass den Beteiligten eine "sichere und ethische Umgebung zum Handeln" zur Verfügung steht, und die will er bieten.

Er ist überzeugt, dass dank Yet2.com der Wert solcher Technologien um 25 % steigt. Der Grund: Viele Firmen entwickeln Dinge, die sie selbst nicht brauchen, kommen aber gar nicht auf die Idee, sie zu verkaufen und damit einen Teil der Entwicklungskosten wieder hereinzubekommen. Hinzu kommt, dass Yet2.com aufzeigt, welche Schätze in den Schubladen der Unternehmen verborgen liegen.

Sicher, Patentbörsen im Internet gibt es einige, kaum eine ist allerdings erfolgreich. Aber du Pont ist überzeugt, dass sein Angebot zwei wesentliche Vorteile hat: Bei der Gründung standen einige Großkonzerne - darunter Bayer, Siemens, NTT Docomo, Honeywell, Procter&Gamble und natürlich Dupont - Pate und beteiligten sich. Inzwischen sind andere Konzerne hinzugekommen, ein Viertel der Fortune100-Firmen sind Kunden bei dem kleinen Unternehmen. Und Yet2.com beschränkt sich nicht auf Patente, sondern bietet auch noch nicht geschützte Technologien. "Damit gewinnen wir die Zeit, die es dauert, bis ein Patent gewährt wird", sagt du Pont. Inzwischen hat seine 1999 gegründete Firma 60 Mitarbeiter und ist in neun Ländern aktiv. Mehr als 7 000 Technologien stehen inzwischen in der Datenbank, täglich kommen im Schnitt 25 hinzu.

Für eine monatliche Gebühr können die Mitarbeiter sich unbegrenzt alle Angebote ansehen oder Anfragen ins Netz stellen - eine Beschreibung der Technologie ohne Nennung des Namens des Besitzers. Der kostet dann noch mal was (dafür prüft Yet2.com auch, dass beide Seiten seriös sind), und dann können die Verhandlungen losgehen. Und wenn sie erfolgreich sind, wird eine Provision von 10 % des Kaufpreises, maximal 250 000 $, fällig. Derzeit hat die Börse mehr als 50 000 registrierte Nutzer. Der Durchschnittswert eines Abschlusses liegt derzeit bei 2,5 Mill. $.

Erfahrungsgemäß dauern die sehr lange: "sechs bis 36 Monate", sagt du Pont. Es hängt davon ab, wie erfahren Käufer und Verkäufer in solchen Transaktionen sind", sagt du Pont. Auf den zähen Prozess führt er die Tatsache zurück, dass erst vier Geschäfte abgeschlossen sind. "Aber 400 Deals sind in der Pipeline", sagt du Pont. Er gibt sich sicher, in diesem Jahr einen positiven Cash Flow zu erreichen. Und bald auch schwarze Zahlen zu schreiben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%