Er untersuchte Bestechungsvorwürfe gegen Kreml
Russischer Aeroflot-Ermittler Nikolai Wolkow überraschend zurückgetreten

ap MOSKAU. Der russische Staatsanwalt Nikolai Wolkow, der Bestechungsvorwürfe gegen den Kreml untersuchte, hat am Dienstag überraschend sein Amt niedergelegt. Das Büro der Generalstaatsanwaltschaft erklärte, Wolkow habe um eine Frühpensionierung gebeten, die ihm gewährt worden sei. Der 48-Jährige habe das Recht auf eine Pension, weil er bereits seit mehr als 20 Jahren in der Strafverfolgung tätig sei. Wolkow hatte herausgefunden, dass hunderte Mill. DM der staatlichen Fluggesellschaft Aeroflot veruntreut und über Schweizer Unternehmen gewaschen wurden.

Der Staatsanwalt hat während der jahrelangen Ermittlungen erklärt, er könne ohne Beeinflussung durch die Regierung in Moskau arbeiten und werde den komplizierten Fall langsam lösen. Am Dienstag sagte er der Zeitung "Kommersant", er sei zurückgetreten, weil die Regierung Druck auf ihn ausgeübt habe. Ursache für den Rücktritt sei, dass er in einem Fax an die Schweizer Behörden um Beweismaterial gebeten habe, ohne dies mit dem Generalstaatsanwaltschaft Juri Birjukow abzustimmen. "Sie glauben, dass ich einen unverzeihlichen Fehler gemacht habe", sagte Wolkow dem Fernsehsender RTR. Die Zeitung "Wedomosti" berichtete, Wolkow habe gehen müssen, weil er während seiner Reisen in die Schweiz gegenüber der Presse zu offen gesprochen habe.

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