"Er war sehr wichtig für Saddam"
Iraker erleichtert nach Asis-Gefangennahme

Auf den Straßen von Bagdad wurde die Nachricht von der Gefangennahme des irakischen Vize-Ministerpräsidenten Tarek Asis am Freitag mit großer Erleichterung aufgenommen. Viele Iraker werteten dies als Beweis dafür, dass der gestürzte Präsident Saddam Hussein nun wirklich allein dastehe, falls er überhaupt noch am Leben sei. "Ich habe die gute Nachricht heute Morgen gehört. Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass Saddam besiegt ist", sagte der Straßenhändler Mohammad Hareth.

Reuters BAGDAD. "Wenn Asis sich den Amerikanern ergibt, wer hält dann noch zu Saddam? Er ist allein, bei ihm sind nur noch einer Hand voll Leute, darunter seine beiden Söhne."

Die Menschen saugen begierig jede Nachricht auf, die das Ende der Ära Saddam belegt. Zwar hatten die USA Saddams Regierung bereits mit der Eroberung Bagdads vor zwei Wochen gestürzt. Doch vielen Irakern wird erst allmählich klar, dass der Staatschef, der ihr Leben drei Jahrzehnte lang bestimmt hat, verschwunden ist und nicht mehr zurückkehren wird.

Aus ihrer Sicht ist Asis der größte Fisch, der den USA bislang ins Netz gegangen ist, auch wenn er auf der Liste der 55 meistgesuchten Vertreter der gestürzten Regierung auf Position 43 steht. "Asis ist die wichtigste Persönlichkeit, die die Amerikaner gefangen haben", sagte ein Bagdader. "Er war sehr wichtig für Saddam Hussein."

Nach US-Angaben hatte sich der ehemalige Außenminister Asis am Vortag den USA gestellt und befindet sich seitdem in deren Gewahrsam.

Manche Iraker bezweifelten allerdings, dass die Gefangennahme Saddam ernsthaft erschüttern werde, falls er noch am Leben sei. Zugleich vermuteten sie, dass andere Vertreter der gestürzten Regierung dem Beispiel Asis' folgen und sich ebenfalls stellen könnten. "Sie werden sehen, das wird den Ball ins Rollen bringen", sagte ein Taxifahrer. "Jetzt werden die Minister sich stellen. Aber an Saddams Situation wird das nichts ändern. Das wird ihn nicht sonderlich kratzen." Die Minister wüssten nichts über den Verbleib Saddams und er habe sie auch in der Vergangenheit selten nach ihrer Meinung gefragt, meinte der Taxifahrer.

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