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Erbgut von Akne-Bakterium entziffert

Göttingen (dpa) - Forscher aus Göttingen haben das Erbgut des Akne-Bakteriums vollständig entziffert und damit neue Behandlungsansätze gefunden. Die Studie gebe wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich das Bakterium als Hautbewohner einrichte und Akne «so richtig aufblühen lasse».

Göttingen (dpa) - Forscher aus Göttingen haben das Erbgut des Akne-Bakteriums vollständig entziffert und damit neue Behandlungsansätze gefunden. Die Studie gebe wichtige Erkenntnisse darüber, wie sich das Bakterium als Hautbewohner einrichte und Akne «so richtig aufblühen lasse».

Dies sagte Holger Brüggemann von der Universität Göttingen. Er präsentiert die Arbeit zusammen mit seinen Kollegen im Fachjournal «Science» (Bd. 305, S. 671) vom Freitag.

Akne wird vor allem in der Pubertät durch die erhöhte Aktivität der Talgdrüsen verursacht. Auslöser für die hohe Talgproduktion sind genetische und hormonelle Einflüsse. Der Talg diene dem Bakterium als Nahrung, erläuterte Brüggemann. Die Forscher haben nun in dem Erreger mit dem Fachnamen «Propionibacterium acnes» unter anderem Gene für giftige Reizstoffe gefunden, die Entzündungsprozesse bei Akne auslösen. Außerdem scheide das Bakterium Enzyme aus, die den Talg aus Drüsen so zerlegten, dass sich der Erreger schnell vermehren könne.

Fast alle Mädchen und Jungen zwischen 12 und 18 Jahren hätten Probleme mit Akne, sagte Brüggemann. Bei 15 Prozent der Betroffenen sei eine Behandlung erforderlich. Durch die Erkenntnisse könnten sich nun auch neue Therapien ergeben, hoffen die Forscher.

Das Bakterium lebt in Drüsen, die Talg für Haare abgeben und ist gewöhnlich harmlos. Erst bei vermehrter Talgbildung führt es zu einer Entzündung der Drüsen. An der Arbeit waren auch der Göttinger Professor Gerhard Gottschalk sowie Forscher aus Ulm und Paris beteiligt. Sie fanden insgesamt 2333 Gene.

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