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Erdbeben am Gardasee löst Panik aus

Ein mittelschweres Erdbeben am Gardasee und in weiten Teilen Norditaliens hat in der Nacht zum Donnerstag Panik ausgelöst, verlief aber vergleichsweise glimpflich. Lediglich etwa ein Dutzend Menschen mussten leicht verletzt ins Krankenhaus, gut 120 Bewohner wurden obdachlos.

dpa BRESCIA/SALÒ. Ein mittelschweres Erdbeben am Gardasee und in weiten Teilen Norditaliens hat in der Nacht zum Donnerstag Panik ausgelöst, verlief aber vergleichsweise glimpflich. Lediglich etwa ein Dutzend Menschen mussten leicht verletzt ins Krankenhaus, gut 120 Bewohner wurden obdachlos.

Das Beben der Stärke 5,2 auf der Richterskala erschütterte die Region um 23.59 Uhr. Am stärksten war das Westufer des Gardasees betroffen, wo viele Deutsche Wochenendhäuser besitzen. Nach Angaben von Experten war es das stärkste Beben am Gardasee und der Lombardei seit über 100 Jahren.

Viele Menschen in der Touristenregion liefen in Panik auf die Straße. "Wir hatten solche Angst, dass wir nicht in unsere Häuser zurückkehren wollten", sagte ein Mann in der Stadt Salò. Dort errichtete der Zivilschutz Zelte im Sportstadion. Vorsichtshalber wurden in Salò und zwei weiteren Ortschaften die Krankenhäuser evakuiert. Die Erschütterungen waren auch in Mailand, Genua und in Verona deutlich zu spüren. Die meisten Menschen wurden den Angaben zufolge durch herabfallende Steine verletzt oder kamen mit Herzattacken ins Krankenhaus.

Die Region um den Gardasee gilt Experten als vergleichsweise erdbebensicher. Den Angaben zufolge lag das Epizentrum mindestens zehn Kilometer tief unter der Erde. In der Altstadt von Salò stürzte ein Kirchturm teilweise ein. Die 30 Sekunden langen Erschütterungen verursachten bei zahlreichen Gebäuden Risse in den Außenwänden. Bei kleineren Häusern verzog sich die gesamte Struktur: "Wir konnten die Tür nicht mehr öffnen und mussten zum Fenster hinausklettern", berichtete ein Mann.

In den stark betroffenen Gebieten blieben die Schulen am Donnerstag geschlossen. Das genaue Ausmaß der Schäden lasse sich erst nach genauer Prüfung in den nächsten Tagen abschätzen, meinte ein Sprecher des Zivilschutzes. Vor zwei Jahren kamen bei einem Erdbeben der Stärke 5,4 in Süditalien 30 Menschen ums Leben: Die meisten Opfer waren Schulkinder, die von einer herabstürzenden Decke im Klassenzimmer lebendig begraben wurden. Bei einem schweren Beben 1976 im norditalienischen Friaul starben rund 1 000 Menschen. Zum Vergleich: Beim stärksten Beben in Deutschland seit 300 Jahren (Stärke: 5,9) gab es 1992 im Rheinland nur eine Tote und 30 Verletze.

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