Erdgasförderung ausgeweitet
Gazprom verzeichnet drastischen Gewinneinbruch

Der weltgrößte Gaskonzern, die Moskauer Gazprom, hat im ersten Halbjahr 2002 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei der Nettogewinn um 36,3 % auf 40,7 Mrd. Rubel (umgerechnet 1,3 Mrd. Euro) gesunken, gab das Unternehmen am Montag bekannt.

mbr MOSKAU. Im Gesamtjahr werde der Gewinn aber nur um 11 % unter dem Vorjahresniveau liegen, so der Konzern. Im vorigen Jahr hatte Gazprom 71,9 Mrd. Rubel Reingewinn gemacht.

Gazprom-Sprecher Igor Plotnikow begründete den Gewinnrückgang mit dem Sinken der Gastarife im Zuge gefallener Ölpreise: "Im vorigen Jahr haben wir im Durchschnitt 110 $ pro 1000 Kubikmeter Erdgas bei Exporten nach Ost- und Westeuropa bekommen. Im ersten Halbjahr 2002 nur noch etwas mehr als 90 $." Deshalb seien die Gazprom-Zahlen "ein starkes Ergebnis", meint Walerij Nesterow vom Moskauer Brokerhaus Troika Dialog. Der Gewinneinbruch erfolgte nach Firmenangaben obwohl das Unternehmen seine Förderkosten pro 1000 Kubikmeter Erdgas mit 115,8 Rubel um 5,7 % unter dem geplanten Niveau halten und seine Gasproduktion ausweiten konnte: So förderte Gazprom in den ersten sechs Monaten diesen Jahres mit 264,8 Mrd. Kubikmetern 3,5 Mrd. mehr als in der Vorjahresvergleichsperiode.

Auch die Exporte nach Europa haben um 2,2 auf 65,8 Mrd. $ zugenommen. Im 2.Halbjahr soll die Gasförderung bei 255,2 Mrd. Kubikmetern liegen. Ob die Ertragslage sich bis zum Jahresende verbessert, hängt indes nicht nur von der Preiskonjunktur ab: Denn Gazprom hat im ersten Halbjahr mit 53,5 Mrd. Rubeln erst 38 % der für dieses Jahr anstehenden Investitionen getätigt. Gazprom gehört zu 38,4 % dem russischen Staat, die Ruhrgas AG ist mit gut 5 % beteiligt.

Quelle: Handelsblatt

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