Erfahrung als Ost-Aufbauhelfer
Späth soll Leipzig bei Olympia-Bewerbung helfen

Die von Krisen geschüttelte Leipziger Olympia-Bewerbung soll durch ein neues Management doch noch zu einem Erfolg werden. Dabei soll der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth, ein führender Repräsentant der Bewerbung werden.

HB LEIPZIG. Das berichtet der Südwestrundfunks (SWR). Der 65-Jährige gilt innerhalb der Olympia GmbH Leipzig als Wunschkandidat.

Späth wird auf Grund seiner Persönlichkeit, seiner politischen Vergangenheit und seiner Wirtschaftskompetenz zugetraut, die durch Personalquerelen in Misskredit geratene Bewerbung mit aus der Krise zu führen. Dabei kämen ihm seine Erfahrungen als Ost-Aufbauhelfer in Jena zu Gute. Als Chef der Jenoptik hatte Späth bis zu seinem Ausscheiden in diesem Jahr das frühere Kombinat zu einem erfolgreichen Technologiekonzern ausgebaut. Der CDU-Politiker Späth könnte auch mit der Zustimmung der Bundesregierung in seiner Rolle als Krisenhelfer in Leipzig rechnen.

Für das Werben um Späth, der sich gegenwärtig auf einer China- Reise befindet, gab es zunächst keine Bestätigung aus der Olympia GmbH. Dessen Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Steinbach sagte der dpa: "Über den Stand der Personalplanungen kann ich nichts sagen. Damit sind die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Middelhoff und Bernd Rauch beauftragt. Sie werden dem Gremium am 19. November bei der nächsten Sitzung in Frankfurt berichten." Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) sprach von "mehreren Denkmodellen bei der Neuaufstellung der GmbH". Es mache "keinen Sinn im Vorfeld zu spekulieren und öffentlich zu diskutieren".

Unterdessen hat der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, nach seinem Gespräch am Montag mit Bundeskanzler Gerhard Schröder drei Bedingungen genannt, wie die Bewerbung doch noch zu einem Erfolg geführt werden könne. Ganz allgemein hieß es nach dem Treffen in einer Erklärung der Bundesregierung, Schröder und Bach gingen davon aus, "dass die in Leipzig und Sachsen aufgekommenen Probleme dort umfassend und schnell geklärt werden, damit die Bewerbung Erfolg hat". Zu dem von Schröder vor Wochen vorgeschlagenen Olympia-Gipfel wurde keine Aussage getroffen. Vor einer Einberufung will der Kanzler offenbar die nächsten Entwicklungen abwarten.

Bach fordert "reinen Tisch"

Bach forderte von Leipzig, "ganz schnell reinen Tisch zu machen. Es darf nicht sein, "dass dann auf dem hoffentlich sauberen Tisch wieder Krümel landen". Ein professionelles Management müsse her, "das Vertrauen zu Politik und zur Wirtschaft herstellt". Dazu sollte ein "zusätzliche Repräsentant" mit nationaler und internationaler Strahlkraft für die Bewerbung gefunden werden. Bei der Suche sollte man jedoch "nichts über das Knie brechen", mahnte das Mitglied des NOK-Präsidiums. Ganz wichtig sei es, das Konzept der Stadt auszufeilen, um vor dem IOC bestehen zu können. Bach nannte das Kompaktkonzept eine "glänzende Ausgangsbasis. Es erfüllt die Anforderungen für moderne Olympische Spiele".

Wenn diese Bedingungen erfüllt werden, so Bach, werde die deutsche Bewerbung allseits neues Vertrauen gewinnen. "Ohne breite Begeisterung gibt es kein Olympia in Deutschland." Nach einer von der "Welt" (Mittwochausgabe) veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstitut TNS-Emnid halten 67 Prozent der Deutschen an Leipzig als Olympia-Austragungsort fest, 80 Prozent in Ostdeutschland und 64 Prozent in Westdeutschland. Lediglich 25 Prozent meinen, die sächsische Metropole sollte wegen der Affären die Bewerbung zurückgeben. Sie hat drei exponierten Vertretern der Kandidatur wegen undurchsichtiger Geschäftspraktiken das Amt gekostet.

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