Erfolg der Musiker offen: Superstars lassen weltweit Kassen klingeln

Erfolg der Musiker offen
Superstars lassen weltweit Kassen klingeln

In acht Ländern weltweit läuft zurzeit ein Musikwettbewerb im Stil der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" - und überall fiebern Millionen von Menschen den nächsten Runden entgegen.

HB/dpa HAMBURG. Die Sendungen bescheren allen TV-Sendern einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge hohe Einschaltquoten und der Plattenindustrie fette Umsätze. Der Erfinder des Wettbewerbs, Simon Fuller, hat an der Sendung in einem Jahr 50 Millionen Euro verdient.

In den USA, Großbritannien, Polen und Südafrika wurden bereits "Superstars" gekürt. In den Niederlanden laufen wie in Deutschland die letzten Runden. In Norwegen und Belgien ist die Show vor kurzem gestartet. Polen wählte am Wochenende den Sieger der zweiten Staffel. Ob die gewählten "Superstars" jedoch eine längerfristige Karriere als Sänger haben werden, ist offen. Die anfangs steilen Erfolgskurven von Siegern aus den ersten Runden weisen bereits erste Abwärtstrends auf.

In 40 weiteren Ländern ist eine Talentshow im "Superstar"-Stil geplant. Der nächste Start ist in Kanada. Ein Weltwettbewerb mit den Landessiegern ist nach Angaben von Liz Warner, Sprecherin der Produktionsfirma Fremantle in London, zwar angedacht, zurzeit aber nicht konkret geplant. "Superstar" heißt der Sieger übrigens nur in Deutschland. Alle anderen Länder haben den ursprünglichen Titel vom Erfinder der Sendung, Fuller, übernommen: "Idol".

Platz Eins fast sicher

Die zu Superstars gewählten Musiker schafften es in den nationalen Charts zunächst überall auf die ersten Plätze. Der Sieger der britischen Show, Will Young, kam mit drei Titeln und einem Album auf Platz 1. Sein erster Hit, "Anything Is Possible/Evergreen", war die erfolgreichste Debüt-Single der britischen Popgeschichte: In einer Woche verkaufte er sich 1,2 Millionen Mal und brach damit den Rekord von Elton Johns "Candle in the Wind".

Doch internationale Musiker wie Robbie Williams und Elton John haben das Konzept, einen Popstar per Publikumswahl zu kreieren, bereits scharf kritisiert. Williams bezeichnete es als "grausam" und sagte, er könne nicht glauben, dass solche "Retorten-Stars" wirklich Erfolg haben. Und Wills vierte Single kam auch schon nicht mehr auf Platz 1, seine jüngste wurde in der ersten Woche weniger als 100 000 Mal verkauft.

Höhenflug schnell gestoppt

Auch der anfängliche Höhenflug der ersten Siegerin des "American Idol"-Wettbewerbs ist bereits gestoppt. Am 4. September 2002 gewann die 20-jährige Kelly Clarkson aus Texas. 23 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale. Clarkson gewann einen Plattenvertrag im Wert von einer Million Dollar. Ihre Single "A Moment Like This" wurde im Herbst zur Nummer eins, war aber nach zwölf Wochen nicht mehr in den Charts. Ihr erstes Album wird im April erwartet.

Der Aufstieg des südafrikanischen "Superstars" Heinz Winckler ist noch ungebrochen: Der im Juni 2002 gewählte 24-Jährige trat unter anderem bei der Eröffnung der Cricket-Weltmeisterschaft auf und hat sich auch in der Musikbranche etabliert. Winckler hat für die aus seinem Album "One step closer" ausgekoppelte erste Single "Once in a life time" bereits zwei Mal Platin bekommen. Die zweite Single brachte es bereits zu Gold, eine dritte ist in Planung. Unter Vertrag ist er bei der Plattenfirma BMG, einer südafrikanischen Tochter des Bertelsmann-Konzerns. Außerdem hat er einen Vertrag mit dem Disney- Konzern. Auf weniger Interesse, auch in den Boulevard-Zeitungen, stößt die Show dagegen in Polen. Die Siegerin der ersten Runde, die 17-jährige Ala Janosz, tingelt zurzeit durch Discos. Kurzfristig konnte sie auch Singles in den nationalen Charts platzieren.

Sendeformat ist voller Erfolg

Für alle TV-Sender ist das Sendeformat - unabhängig vom Schicksal der Show-Sieger - ein voller Erfolg: Die britische Ausgabe beim Privatsender ITV sahen im Schnitt 13,4 Millionen Zuschauer. Am Finale beteiligten sich 8,7 Millionen Menschen. In Deutschland wurden bei der letzen Ausgabe der Show fast 13 Millionen Zuschauer gezählt.

In den USA ist bereits im Januar die zweite "American Idol"- Staffel angelaufen. Über 70 000 Menschen nahmen am Vorsingen teil - fünf Mal so viele wie bei der ersten Auswahl. Nach US-Medienberichten hat die zweite Staffel bereits mehr Fans als die erste Runde 2002. Die Produzenten planen eine dritte für das Frühjahr 2004.

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