Erfolg des M-Commerce hängt vom Vertrauen ins mobile Bezahlen ab
Handy-Shopping wird boomen

Das Internet hat das Einkaufsverhalten spürbar verändert. Zunehmend bewegen sich Menschen mit ihren PC durch quasi unbegrenzte Konsumwelten und bestellen Waren oder Dienstleistungen per Mausklick.

Öffnungszeiten spielen keine Rolle mehr. Entfernung ist nur noch Illusion. Bisher waren Verbraucher jedoch beim Online-Einkauf an ihre Schreibtische gebunden. So blieb der E-Commerce vornehmlich auf die Abendstunden begrenzt. Jetzt aber wird der Online-Handel mobil, der E- zum M-Commerce. Mit SMS, Wap und GPRS verschmelzen Internet und Mobilfunkwelt. Ob auf Reisen, im Berufsverkehr oder in der Mittagspause - ein Griff in die Jackentasche genügt, und der Handybesitzer ist bereit für das Online-Geschäft. Der Vorteil: Mit ihrem Mobiltelefon können Anwender bestellte Waren auch gleich bezahlen. Weil alle Handys über ihre Nummern einem Verbraucher zugeordnet sind, lassen sie sich ähnlich wie Kreditkarten auch als Geldbörse nutzen. Mobile Payment nennt die Branche dieses Angebot.

So bescheinigen die Analysten dem Handel via Mobilfunknetz ein ungeheures Marktpotenzial: Das britische Institut Durlacher Research prognostizierte etwa, dass in Europa die Umsätze im M-Commerce zwischen 1998 und 2003 von 60 Mill. DM auf 50 Mrd. DM zulegen. Diese Euphorie hat einen guten Grund. Handys sind längst zum beliebtesten Kommunikationsmittel avanciert. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom gibt es in Deutschland bereits im Jahr 2003 mehr Mobiltelefone als Menschen.

M-Commerce hängt an Vertrauen der Verbraucher

Allen Reizen des mobilen Einkaufens zum Trotz ist der Boom des M-Commerce an eine Voraussetzung gekoppelt: Verbraucher müssen genauso wie die Betreiber der Online-Shops davon überzeugt sein, dass über Mobilfunknetze abgewickelte Transaktionen absolut sicher sind. Verbraucher wollen, dass kein Unbefugter Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat. Sie verlangen die Gewissheit, dass ihre Handys unbrauchbar sind, sobald diese verloren gehen. Das Gleiche gilt für die M-Commerce-Anbieter: Sie wollen sicher gehen, dass Besteller tatsächlich die sind, die sie vorgeben zu sein.

Längst sind Verfahren für das Mobile Payment marktreif, die immun sind gegen Missbrauch. Es fehlt jedoch an Verfahrensstandards. So müssen sich Verbraucher, die den Schritt in den M-Commerce gewagt haben, noch mit einer Vielzahl Shop-spezifischer Passwörter herumschlagen. Das dürfte bald ein Ende haben: Derzeit entsteht ein Modell, das die im Mobile Payment anfallenden Vorgänge vereinheitlicht. Zur zentralen Schaltstelle werden dabei die Netzbetreiber. Sie übernehmen künftig die Funktionen von Finanzdienstleistern. Zunächst weisen sie jedem Handy eine persönliche Geheimnummer (PIN) zu und erstellen für jeden ihrer Kunden ein Zahlungsprofil. Dieses entspricht dem Kreditrahmen, den jede Bank für Neukunden definiert.

Bestellen über Handy ist einfach

Der Bestellvorgang ist einfach: Hat ein Käufer die Waren ausgewählt, gibt er anschließend lediglich seine Mobilfunknummer an und bestätigt die Transaktion mit seiner PIN. Für Dienst-Handys, bei denen Vertragsnehmer und Nutzer nicht identisch sind, lässt sich auf Basis eines zweistufigen Verfahrens sowohl ein Zahlungsprofil als auch ein Nutzerprofil erstellen. Hierbei legt ein Unternehmen mit der ersten Geheimnummer fest, bis zu welchem Betrag seine Beschäftigten Transaktionen durchführen dürfen. Mit der zweiten PIN legt der Vertragsnehmer ein Zahlungsprofil für den Nutzer fest. Nach der Authentifizierung gelangen sämtliche Bestelldaten über das Mobilnetz in ein Rechenzentrum, das spezialisierte Dienstleister im Auftrag der Mobilfunk-Anbieter betreiben. Hier findet die Bonitätsprüfung statt. Fällt diese positiv aus, erhält der Shop-Betreiber via Internet alle Informationen, die er für den Versand benötigt. Die persönlichen Kontoinformationen der Kunden gehören nicht dazu. So bleibt deren Privatsphäre auf jeden Fall gewahrt.

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