Erfolg in Deutschland
Ryanair erhöht nach Gewinnsprung Prognose

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat im vergangenen Geschäftsjahr ihren Gewinn fast um die Hälfte gesteigert. Für die nächsten beiden Jahre hob Ryanair die Wachstumsprognosen deutlich an.

rtr DUBLIN/FRANKFURT. Ryanair-Chef Michael O'Leary erklärt am Montag in Dublin, angesichts der Ereignisse vom 11. September und dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Großbritannien zeuge das Ergebnis von der Robustheit der Billigflug-Strategie. Das Flugangebot nach Deutschland will Ryanair 2003 weiter ausbauen. Die Zahl der Passagiere sei um 38 %, der Gewinn sogar um 44 % gestiegen. O'Leary bezifferte den Gewinn nach Steuern im Geschäftsjahr 2001/02 (zum 31. März) auf 150,4 Mill. ? nach 104,5 Mill. ? im Vorjahr. Das Ergebnis übertraf die Erwartungen der Analysten um rund zehn Mill. ?. O'Leary hob die Prognosen für das Verkehrswachstum an. In den kommenden zwei Jahren werde mit einem jährlichen Zuwachs von 30 bis 35 % gerechnet, der sich danach bei 25 % pro Jahr stabilisieren werde, erklärte der Ryanair-Chef. Bislang war Ryanair stets von 20 bis 25 % jährlichem Wachstum ausgegangen. Die Gewinnmarge stieg den Angaben zufolge um drei Prozentpunkte auf 26 %.

Ryanair erwägt Aufnahme einer Berlin-Verbindung

In Deutschland habe der große Erfolg der Billig-Angebote sogar ihn persönlich überrascht, sagte O'Leary. Finanzdirektor Howard Millar erklärte in Frankfurt, Ryanair wolle das Flugangebot nach Deutschland ausweiten und erwäge auch die Aufnahme einer Verbindung nach Berlin. "Berlin stünde sicherlich sehr hoch oben auf der Liste der Flughäfen, über die wir ernsthaft nachdenken", sagte Miller der Nachrichtenagentur Reuters in einem Interview. Derzeit sei Ryanair mit zwölf kleineren und größeren deutschen Flughäfen im Gespräch.

In diesem Jahr würden voraussichtlich zwei Mill. Passagiere auf den Deutschland-Routen von Ryanair fliegen, eine halbe Million mehr als im abgelaufenen Jahr, sagte Millar. Von der Basis auf dem Flughafen Hahn im Hunsrück seien vier bis fünf neue Verbindungen und der Ausbau bestehender Routen geplant. Ryanair war bis zur kürzlich besiegelten Übernahme von Go-Fly durch die britische Gesellschaft easyjet Europas nach der Flotte größter Billigflug-Anbieter und ist seither die Nummer Zwei. Ryanair verfügt dagegen weiter über die höhere Marktkapitalisierung.

In der britischen Billig-Fluggesellschaft Easyjet, die kürzlich eine Kaufoption auf die Deutsche BA erworben hatte, sehe er auf dem deutschen Markt keine Bedrohung für Ryanair, sagte Millar. Easyjet habe vergleichsweise hohe Preise, fliege teuere Großflughäfen an und wolle eine Fluglinie übernehmen, die bisher nur Verluste eingeflogen habe. Er gehe eher davon aus, dass Easyjet eine Bedrohung für die Lufthansa werden könnte. Ryanair fliegt derzeit vom Flughafen Hahn, Lübeck und Friedrichshafen am Bodensee 19 Flugziele in Großbritannien, Irland, Italien, Frankreich und Nordwegen an.

Streit um "Frankfurt-Hahn" beigelegt

Die Fluggesellschaft, die 76 Strecken in 13 europäischen Ländern bedient, beförderte den Angaben zufolge im abgelaufenen Jahr 11,1 Mill. Fluggäste und damit 38 % mehr als im Jahr zuvor. Die Auslastung der Flugzeuge stieg auf 81 % von 77 %. Die Deutsche Lufthansa und Ryanair legten unterdessen ihren juristischen Streit um die Bezeichnung "Flughafen Frankfurt-Hahn" bei. Ryanair dürfe nun wieder uneingeschränkt mit dem im Hunsrück gelegenen ehemaligen US-Luftwaffenstützpunkt als "Frankfurt-Hahn" werben, teilte das Kölner Oberlandesgericht (OLG) am Montag mit. Beide Parteien hätten sich bereits am Freitag auf einer Berufungssitzung auf den Vorschlag des Gerichts geeinigt, das Verfahren einzustellen (AZ.: sechs U 68/02).

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