Erfolg nur mit stärkerer Bilanz
Kapitalerhöhung bei Ericsson: Analysten skeptisch

Die geplante Kapitalerhöhung der Telefon AB LM Ericsson, Stockholm, wird nach Ansicht von Analysten nicht ausreichen, dem Unternehmen den künftig notwendigen finanziellen Spielraum zu verschaffen. Zuvor hatten die Aktionäre von Ericsson dem Verkauf von neuen Aktien erwartungsgemäß zugestimmt.

vwd STOCKHOLM. Diese sei zur Ausweitung des Kerngeschäftes erforderlich, wenn der Markt sich wieder beleben sollte. "Ich erwarte, dass die gesamten Erlöse zur Schuldentilgung oder allermindestens für Akquisitionen, die deutlich Cash-Flow intensiv sind, verwendet werden", sagte Rick Deutsch, Analyst bei BNP Paribas in London, wie das Wall Street Journal (WSJ/Freitagausgabe) berichtet.

Die Aktionäre von Ericsson hatten am Donnerstag dem Verkauf von neuen Aktien erwartungsgemäß zugestimmt. Mit der Emission will die Gesellschaft bis zu 30 Mrd. SEK erlösen. Auch die Analysten von Merrill Lynch (ML) nehmen eine ähnliche Position wie die Experten von BNP Paribas ein. Ericsson benötige eine stärkere Bilanz, so ML. Nur damit könne die führende Position im Markt für Mobilfunk-Infrastruktur gegenüber cash-stärkeren Konkurrenten, wie etwa der Nokia Oy, Helsinki, behauptet werden.

Das Unternehmen selbst schätzt die Lage anders ein. Die Emission, die vor Ablauf des dritten Quartals erfolgen soll, gebe Ericsson große Freiheiten auf der Ausgabenseite, hieß es. Eine Ausweitung des Geschäfts oder Akquisitionen seien möglich. "Wenn wir diese Finanzmittel erhalten, werden wir ein sehr starkes Unternehmen sein", meinte CEO Michael Treschow. Er räumte allerdings ein, dass Ericsson möglicherweise einen Teil der Mittel benötige, um Schulden zu tilgen.

Unabhängig von der Aktienemission haben Ericsson und die Infineon Technologies AG, München, einen Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) bestätigt, demzufolge beide Unternehmen über den Verkauf der Mikroelektronik-Sparte von Ericsson verhandeln. Der von der FTD berichtete wahrscheinliche Kaufpreis in Höhe des Jahresumsatzes der Ericsson-Sparte von 250 Mill. ? wurde am Markt verhalten aufgenommen. "Das ist eher negativ für Ericsson", sagte eine Händlerin. Auch sie verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Ericsson anscheinend Kapital benötige.

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