Erfolg von „Good Bye, Lenin“
Senator Entertainment weiter mit Verlust

Trotz des Erfolgs von "Good Bye, Lenin" hat die Filmproduktionsfirma Senator Entertainment im ersten Halbjahr 2003 wieder einen Verlust geschrieben. Das Minus war aber mit 6,9 Mill. ? um fünf Mill. ? geringer als im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

HB/dpa BERLIN. Der Filmproduzent und-verleiher Senator Entertainment rechnet nach einem tiefen Sturz in die roten Zahlen auch in diesem Jahr wieder mit Verlust. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin musste sich Vorstandschef Hanno Huth harsche Kritik gefallen lassen. Wegen des Verdachts auf Kursmanipulationen ermittelt bereits seit längerer Zeit die Staatsanwaltschaft.

Die Hoffnung des börsennotierten Unternehmens ruht im zweiten Halbjahr nun vor allem auf einem Film: Mitte Oktober kommt "Das Wunder von Bern" in die deutschen Kinos, der den deutschen Erfolg bei der Fußball-WM 1954 in der Schweiz zur Handlung hat. Huth versprach den Aktionären "recht bald" bessere Zeiten. Senator, das sich mit der Beteiligung an der Kinokette Cinemaxx verkalkuliert hatte, werde sich wieder auf das Kerngeschäft besinnen. "Ich bin überzeugt, Licht am Ende des Tunnels zu erblicken", sagte Huth. "2003 ist das dritte, aber hoffentlich letzte schwierige Jahr in Folge."

Nach einem Rekordverlust von 178 Millionen Euro 2002 geht das Berliner Unternehmen in diesem Jahr von einem Minus von weniger als zehn Millionen Euro aus. Bislang hatte Senator keine Ergebnisprognose für das laufende Jahr abgegeben. 2004 soll wieder ein operativer Gewinn geschrieben werden. Beim Umsatz würden nach 25,8 Millionen im ersten Halbjahr insgesamt nur noch 50 bis 60 Millionen Euro erwartet, sagte Huth. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um mehr als die Hälfte auf 63,6 Millionen Euro zusammengebrochen.

Auf der Hauptversammlung gab es deshalb massive Kritik. Der Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Malte Diesselhorst, hielt dem Vorstand "massive Managementfehler" vor. Dabei ging es insbesondere um die Beteiligung an internationalen Produktionen. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre, Kai Weigert, sprach von gescheiterten "Ausflügen ins Reich der Gigantomanie". Äußerst unzufrieden zeigten sich die Aktionärsvertreter über den Entwicklung der Senator-Aktie. Sie hatte im vergangenen Jahr 87 Prozent ihres Wertes verloren. Am Mittwochnachmittag lag sie bei 0,48 Euro, ein Plus von knapp sieben Prozent zum Vortag.

Unterdessen bestätigte Senator, dass nach einer anonymen Anzeige aus dem vergangenen Jahr die Staatsanwaltschaft ermittelt. Finanzvorstand Ingo Stein äußerte sich überzeugt, dass "keine Anhaltspunkte für ein unrechtmäßiges Verhalten" gefunden würden. Geführt werden die Ermittlungen von der Berliner Staatsanwaltschaft. Dabei geht es nach Angaben von Justizsprecher Björn Retzlaff um den Verdacht, dass durch falsche Angaben zu Umsatz und Erlösen der Kurs der Aktie nach oben getrieben wurde.

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