Erfolgreichstes PR-Netzwerk Deutschlands
ECC Kohtes Klewes: Gedämpfte Modernität

Paul J. Kohtes verzichtet auf Starallüren, dabei hat er die Kommunikationsberatung salonfähig gemacht.

DÜSSELDORF. Solides Understatement in der PR-Agentur ECC Kohtes Klewes im Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel: Ein schlichter Neubau mit hellen, großzügig möblierten Räumen. Hier ist kein Möbelstück zu viel und nur wenige Bilder und Fotos hängen an den Wänden. Die gesamte Einrichtung strahlt gedämpfte Modernität aus.

Die Agentur ist Abbild ihres Gründers: Paul J. Kohtes, agiler Mittfünfziger und Rheinländer, der ganz ohne die branchenüblichen Allüren auskommt. Kohtes ist Chairman der 1987 von ihm und Joachim Klewes gegründeten Agentur, die sich mittlerweile mit 30 Partnern und 460 Mitarbeitern zum erfolgreichsten PR-Netzwerk Deutschlands entwickelt hat.

Trotzdem ist Kohtes keine der auffälligen Gestalten innerhalb der PR-Szene. "Einerseits war er immer unnahbar, hat aber selbst versucht, diese Distanz zu durchbrechen, indem er zum Beispiel Kontakt zu jungen Mitarbeitern gesucht hat", erinnert sich eine ehemalige Mitarbeiterin. "Das einzig schillernde an ihm war sein Hang zu esoterischen Themen und zur Zen-Meditation."

Die Zen-Meditation nutzt Kohtes, der sich zwar aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, aber noch immer die wichtigsten Kunden der Agentur berät, um sich dem Stress gezielt zu entziehen: Jeweils zwei Stunden täglich praktiziert er Zen-Übungen, nimmt sich auch zwischen den Terminen Zeit für eine kurze Entspannung. Dabei ist die Meditation auch Mittel zum Zweck. Sein Kollege Gregor Schönborn, Chairman des gesamten ECC-Netzwerks, hält Kohtes für "einen der wenigen Menschen, die es geschafft haben, eine künstliche Verknappung der Zeit durchzusetzen und sich Raum für die Dinge zu schaffen, die ihm wichtig sind."

Die Kunst des Beratens

Wichtig ist ihm die Rolle als Moderator: "Die Kunst des Beratens besteht darin, bei vollem Einvernehmen gleichzeitig Abstand zu halten - dieses Paradox ist in der Praxis durch Meditationserfahrung leichter aufzulösen." Das Prinzip gilt nicht nur für die Gespräche zwischen den Kunden und der Agentur, sondern auch für die Verhandlungen mit den eigenen Partnern in seinem Unternehmen.

Die Partner-Struktur zeichnet die ECC-Gruppe aus - ein Modell, das Kohtes intensiv gefördert hat. Die Beteiligten müssen sich mit Anteilen einkaufen und so Verantwortung übernehmen. "Das Modell verbindet ein Höchstmaß an unternehmerischer Eigenständigkeit mit den Vorteilen einer starken Marke", sagt Kohtes. Tatsächlich ist es Kohtes auf diese Weise gelungen, Kommunikationsberatung zur Chefsache zu machen.

Kohtes hat einheitliche Marke für PR aufgebaut

"Dadurch, dass Kohtes deutschlandweit eine einheitliche Marke für PR aufgebaut hat, hat er Kommunikationsberatung salonfähig gemacht und auf eine Stufe zur Unternehmensberatung gehoben", sagt sein früherer Partner Burkhart Böndel. Der Erfolg bestätigt die Strategie. Heute liegt der Marktanteil von ECC in Deutschland bei 25 Prozent.

Seit Kohtes sich aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen hat, hat er Zeit für andere Dinge gewonnen, etwa für die von ihm und seiner Frau Margret 1999 gegründete Identity Foundation. "Diese Stiftung will sich ohne Sachzwänge mit Identitätsfragen in der Gesellschaft beschäftigen", sagt Kohtes. Der eigens ausgelobte Meister-Eckhart-Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Namenspate des Preises ist der katholische Mystiker Eckhart, der im Mittelalter wegen seiner meditativen Innenschau und eigenen Weltsicht unter Häresieverdacht stand.

www.identityfoundation.de

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