Erfolgscoach Lippi wehrt sich gegen Vorwürfe
Alte Dame im Zwielicht

In den 90er Jahren gehörte Juventus Turin zum Besten, was die Fußball-Welt zu bieten hatte. Doch nach der Verurteilung des damaligen Teamarztes wegen systematischem Epo-Dopings der Spieler steht der Klub vor ganz schweren Zeiten.

HB TURIN. Der Imageverlust für Juve durch die 22-monatige Gefängnisstrafe für Riccardo Agricola ist jedenfalls schon jetzt riesig. Sie wirft einen Schatten auf die Erfolge in den 90er-Jahren. Juve solle den Champions League-Pokal zurückgeben, forderte Ajax Amsterdams Ex-Trainer Luis van Gaal nach einem Bericht der "La Gazzetta dello Sport" am Montag.

1996 hatte van Gaal mit den Niederländern das Cup-Finale gegen die Italiener in Rom verloren. Mit der Verurteilung des Juve-Arztes in erster Instanz bestätigte das Gericht die Anklage von Staatsanwalt Raffaele Guariniello. Der hatte Juve zwischen 1994 und 1998 systematisches Epo-Doping vorgeworfen und damit die großen Erfolge der Turiner ausdrücklich mit Doping in Verbindung gebracht. Ein Vorwurf, gegen den sich der damalige Juve-Trainer Marcello Lippi verwahrt. "Mein Juve siegte wegen seiner außergewöhnlichen Willenskraft und wegen nichts anderem", betonte Italiens jetziger Nationaltrainer am Wochenende im italienischen Fernsehen.

Einige Juve-Gegner zweifeln daran. Als Pendant zu Bayern München in Deutschland ist Juve in Italien der meist geliebte und zugleich meist gehasste Fußballclub des Landes. Feinde hat es reichlich. Einer ist Zdenek Zeman, der die Ermittlungen 1998 durch seine Dopinganschuldigungen gegen den Rekordmeister ins Rollen gebracht hatte. Er fühlt sich durch das Urteil bestätigt. "Ich will den Fußball verändern, damit er sauber wird", erklärte Zeman in einem Streitgespräch mit Lippi.

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