Erfolgsfaktoren des Mobile Entertainment
Exklusiver und hochklassiger Content ist überlebenswichtig

Studien und Kongresse zum Thema Mobile Content und UMTS haben zur Zeit Hochkonjunktur. Die Frage, die immer wieder auftaucht, aber nie beantwortet wird, lautet: Was ist die Killer-Application des mobilen Internets? Welcher Service ist für die Kunden so interessant, dass sie bereit sind, ihre monatlichen Mobilfunkausgaben zu verdoppeln?

Dabei würde ein kurzer Blick in Jugendzeitschriften wie der "Bravo" oder "Yam!" schon ausreichen, um die Antwort zu finden: Dort finden sich die Mobile Entertainment-Anzeigen gleich seitenweise. Per teurer 0190-Nummer und SMS bestellen sich die Kids den neue Klingelton von Bro?sis oder ein Snoopy-Logo. Auch das viel gepriesene japanische i-Mode lebt vom Mobile Entertainment: Über 50 Prozent der Einnahmen aus Content-Abos werden mit Klingeltönen, Logos und Horoskopen erzielt.

Faktoren für ein erfolgreiches Mobile Entertainment-Angebot

  1. Einzigartiger Content


    Auf Dauer werden nur die Angebote überleben, die ihren Kunden exklusiven und hochklassigen Content bieten können. Schon jetzt ist absehbar, dass die Anzahl von Klingeltonanbieter unter Druck der Musikindustrie stark abnehmen wird. Partnerschaften mit Medienkonzernen werden deshalb von entscheidender Bedeutung sein. Beispiele dafür sind Vizzavi, ein Joint-Venture von

    Vodafone

    und VivendiUniversal, sowie Handy.de, die in den Bertelsmann-Konzern eingegliedert werden.



  2. Einfache Abrechnungsmethode


    Es hat sich gezeigt, dass vor allem einfache Zahlungsmethoden ohne Medienbruch, wie die 0190-Nummer, sich durchsetzen. Noch stärkeres Wachstum im Mobile Entertainment-Bereich wäre möglich, wenn die Content-Anbieter direkt an den SMS-Einnahmen beteiligt werden. Dies zeigen Erfahrungen in Finnland und Holland, wo bereits solche Premium-SMS eingeführt worden sind.



  3. Content von und für User


    Tools, die dem User helfen, sein ganz persönliches Logo zu malen oder einen eigenen Klingelton zu komponieren, gehören zu den beliebtesten Anwendungen im Mobile Entertainment. Auch das Einschicken von SMS-Sprüchen oder die Einrichtung von eigenen SMS-Infochannel erzeugen den sogenannten "User-Generated-Content", der dann von anderen Usern bestellt werden kann. Der User, der den Content erstellt hat, erhält für jedes verkaufte Logo oder Spruch eine Provision. Die Mobile Entertainment-Plattform ist in diesem Fall nur der Mittler, aber verdient an jeder Transaktion zwischen Usern mit.



  4. Verknüpfung von Medien


    Das Handy ist besonders gut für die crossmediale Vermarktung geeignet. Im Gegensatz zum Internet-PC hat man das Handy eigentlich fast immer dabei und lässt es auch während der Nutzung von anderen Medien (Zeitschriften, Fernsehen, Radio) ständig eingeschaltet. Die Verknüpfung von Printmedien und Handy ist von jüngeren Handynutzern schon völlig akzeptiert, wie die vielen Klingeltonanzeigen belegen. Auch die Verknüpfung von Fernsehen und Handy wird immer wichtiger: Ein interessantes Projekt ist dabei der Video-Clash bei dem Musiksender MTV. Hier können die Zuschauer per SMS abstimmen, welches Video als nächstes gezeigt wird.

Ich bin zuversichtlich: Wenn 2002 auf den Mobilfunk-Kongessen und in den Vorstandsetagen der Netzbetreiber etwas weniger über Location-Based-Services und personalisierten WAP-Portalen geredet wird und dafür etwas mehr über vermeintlich simple Anwendungen wie Klingeltöne, Logos und Spiele, wird 2002 das Jahr, in dem GPRS den Durchbruch schafft.

Schreiben Sie dem Autor: shofman69@yahoo.com

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