Erfolgsgeschichte unauflöslich mit Firmengründer Jack Bogle verbunden
Vanguard gewinnt den Fonds-Oscar

Die US-Fondsgesellschaft Vanguard ist der beste Asset-Manager unter allen großen amerikanischen und europäischen Konkurrenten. Zu diesem Ergebnis kommt die in Chicago beheimatete Fondsresearchfirma Morningstar. Sie verleiht der Gesellschaft den transatlantischen Fonds-Oscar - auch wenn keine offizielle Preisübergabe stattfindet. Als erstes deutsches Medium stellt das Handelsblatt die Ergebnisse vor. Die Resultate werden in Kürze auch im Finanzmagazin "Global Investor" veröffentlicht.

FRANKFURT/M. Der Sieger ist ein Pionier im Indexfondsgeschäft. Auf Rang zwei steht mit T. Rowe Price ein ebenfalls amerikanischer Vermögensverwalter, der sich aber dem aktiven Management verschrieben hat. Als bestes deutsches Haus rangiert die Allianz auf dem 20. Platz. Dahinter folgen Deka, DWS, Activest, Union Investment, Adig und Universal-Investment.

Die Erfolgsgeschichte des Gewinners Vanguard ist unauflöslich mit dem Firmengründer Jack Bogle verbunden. Die Wall-Street-Legende meldet sich noch heute regelmäßig zu Wort, prangert immer wieder die Auswüchse in der eigenen Branche an. Bogle wettert gegen die Produktflut, gegen hohe Gebühren, die Vernachlässigung der Anlegerinteressen. Die Firma legte schon in den siebziger Jahren den ersten Indexfonds in Amerika auf. Heute ist sie mit einem verwalteten Vermögen von fast 600 Mrd. $ die zweitgrößte US-Investmentgesellschaft. Ihr Flaggschiff, der knapp 60 Mrd. $ schwere S & P-500-Indexfonds, ist der größte Aktienfonds in den Staaten.

Vanguard startete seine Europaaktivitäten vor rund vier Jahren. "Jetzt machen wir in sieben Ländern Geschäfte, sind aber in Deutschland kaum präsent", sagt Guillaume Prache, zuständig für das Europageschäft im Brüsseler Vanguard-Büro. Die Firma hat 4 Mrd. $ vor allem bei institutionellen Kunden eingesammelt und konzentriert sich auf das Altersvorsorgegeschäft. Mit Freude registrieren Prache und seine Kollegen den immer stärkeren Wunsch der Anleger nach mehr Transparenz, beispielsweise Einsicht in Portfoliostrukturen und Gebühren. "Das erleichtert uns das Geschäft mit Indexprodukten", bestätigt Brian Mattes, Firmensprecher in der Vanguard-Zentrale in Valley Forge, Pennsylvania.

Recht neu in Europa ist auch T. Rowe Price, mit weltweit verwaltetem Anlagegeld von 140 Mrd. $ ebenfalls ein großes US-Haus. "Wir sind erst vor zwei Jahren gestartet, betreuen auf dem Kontinent etwa drei Milliarden Dollar", sagt Todd Ruppert, der bei T. Rowe Price in Baltimore, Maryland, die außeramerikanischen Aktivitäten leitet. "In Europa konzentrieren wir uns im Gegensatz zu USA stärker auf institutionelle Anleger", ergänzt Stephan Matter, in der Londoner Europazentrale zuständig für den deutschsprachigen Raum.

Ruppert begründet den Erfolg von T. Rowe Price mit einer konservativen Anlagepolitik und mit der langjährigen Erfahrung seiner Mitarbeiter. "Die Portfoliomanager sind im Schnitt schon elf Jahre bei uns", sagt er. Außerdem helfen geringe Gebühren dem Anlageerfolg auf die Sprünge; denn je geringer die Gebühren, um so weniger Geld wird vom Fondsvermögen abgezogen. "Fast alle unsere Produkte zählen in ihren Vergleichsgruppen zu den zehn Prozent mit den geringsten Gebührenbelastungen", sagt der Mann aus Baltimore. Zu guter Letzt wirft Ruppert auch die Unabhängigkeit der Gesellschaft in die Waagschale: "Wir haben uns nicht vom Akquisitionswahn in unserer Branche anstecken lassen."

Das ist bei dem auf Rang 20 rangierenden Versicherer Allianz beziehungsweise seiner Vermögensverwaltungssparte Allianz Dresdner Asset Management (Adam) anders. Aber von "Wahn" kann in diesem Fall wohl keine Rede sein. Die über 1 000 Mrd. $ verwaltende Adam stützt sich jedenfalls maßgeblich auf die guten Ergebnisse ihrer US-Firma Pimco, des renommierten Anleihespezialisten.

"Pimco zieht das Allianz-Ergebnis deutlich nach oben", sagt Marc Buffenoir, Analysechef in der Londoner Morningstar- Dependance. Der US-Firma war beim Erwerb durch die Allianz im Jahr 2000 die Verantwortung für das gesamte Anleihemanagement der Adam übertragen worden. "Die starke Expertise von Pimco wird uns auch in den kommenden Jahren helfen", sagt Dirk Klee, der bei Adam und damit auch deutschen Allianz-Fondsgesellschaft DIT in München für die Umsetzung der Pimco-Strategie zuständig ist.

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