Erfolgsmodelle
Einzelkämpfer fürchtet keine Filialisten

Frank Schnitzler verschafft sich mit Sonderservice und Nischenmarken Respekt im Parfümerie-Markt. Dabei geht es ihm nicht nur ums Geld verdienen, sondern auch um den Spaß an der Arbeit. "Daraus ziehe ich meine private Zufriedenheit“, lautet die Philosophie des 63-Jährigen, der noch nicht ans Aufhören denkt.

HB DÜSSELDORF. Wenn Frank Schnitzler "Tapetenwechsel" braucht, dann geht er auch mal Papierkörbe ausleeren, Parfüm- und Kosmetikproben ordnen und Kunden bedienen. Solche Gepflogenheiten sind für einen Filialleiter nicht selbstverständlich. Doch der Ur-Düsseldorfer, Eigentümer der 1973 eröffneten Traditions- Parfümerie Schnitzler, verkörpert den typischen Familienunternehmer, der sich für keine Arbeit zu schade ist und alles im Blick hat. Für seine Mitarbeiter findet er immer ein nettes Wort, wie Birgit Hotopp, Mitglied der Schnitzler-Crew, betont: "Herr Schnitzler versucht als Einzelkämpfer innovativ und aktuell die wichtigen Trends mitzumachen."

Gerade diese Eigenschaft ist gefragt am hart umkämpften Parfümerie-Standort Düsseldorf. Denn Deutschlands größter Filialist Douglas ist unumschränkter Platzhirsch, ob an der Top-Einkaufsstraße Königsallee oder in der City. Da muss sich ein Einzelkämpfer wie Schnitzler, der seine Hauptfiliale in den Schadow-Arkaden betreibt und ein zweites Geschäft in der Einkaufspassage Sevens hat, gewaltig nach der Decke strecken.

Denn Filialisten wie Douglas haben mit ihrer Einkaufsmacht günstigere Einkaufskonditionen als der Mittelstand, beschreibt Susanne Eichholz, Projektleiterin Handel und Konsumgüter bei der Unternehmensberatung BBE in Köln, einen Vorteil, der es ihnen erlaubt, mit attraktiven Sonderaktionen - etwa hochwertigen Bademänteln zu günstigen Preisen - Kunden anzulocken.

Dennoch hat Schnitzler ein erstaunlich unverkrampftes Verhältnis zum Wettbewerber: "Ich finde Douglas sehr gut und wichtig. Diese Filialisten haben auch für mich den Markt geöffnet." Um sich abzugrenzen hat er jedoch den Weg vom Fachgeschäft ins Nischengeschäft eingeschlagen. "Das Konzept Douglas ist besetzt", so sein pragmatisches Urteil. "Deshalb habe ich meine Lücke gefunden. Wenn Douglas sein Geschäft so betreiben würde wie ich, dann würde ich meins so machen wie Douglas." Nur 55 Prozent seines Angebots überschneidet sich mit dem von Douglas oder der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof. So bietet Schnitzler ausgefallene Kleinodien wie die britische Edelmarke Clive Christian, der Crown Perfumery, die auch die Königsfamilie zu ihrer Kundschaft zählt. Für das teuerste Parfüm muss der Kunde 50 000 Euro auf den Tisch blättern, erhält dafür aber seinen eigenen Duft.

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