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Erfolgswelle bringt Hannover 96 auf Uefa-Cup-Kurs

Hannover 96 reitet auf der perfekten Erfolgswelle. Der ehemalige Abstiegskandidat hat sich zu einem Anwärter auf einem Uefa-Cup-Platz gemausert. Die Leistung beim 2:0- Sieg gegen Mainz 05 genügte erneut gehobenen Ansprüchen.

dpa HANNOVER. Hannover 96 reitet auf der perfekten Erfolgswelle. Der ehemalige Abstiegskandidat hat sich zu einem Anwärter auf einem Uefa-Cup-Platz gemausert. Die Leistung beim 2:0- Sieg gegen Mainz 05 genügte erneut gehobenen Ansprüchen.

"Das war wie ein Spitzenteam", befand 96-Manager Ilja Kaenzig nach dem siebten Saisonsieg. Eine Änderung der Ziele hielten aber weder Kaenzig noch Trainer Ewald Lienen für angebracht. "Vor fünf Wochen waren wir Letzter, und einige Medienvertreter wollten mich entlassen. Die Tabelle ist immer eine Momentaufnahme", sagte Lienen.

Immerhin sind die Niedersachsen nach dem fünften Heimsieg in Serie inklusive des Erfolges gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal in den Top Five der Bundesliga angekommen. "Es passt einfach alles. Die Mannschaft ist in der zweiten Halbzeit ganz geschlossen aufgetreten und hat sich zum Abschluss der englischen Woche ein Riesenlob verdient", sagte Lienen. Der Coach, inzwischen ein Liebling der Medien und Massen, hatte nach der 0:3-Niederlage bei Bayern München keine personellen Änderungen vorgenommen, sondern schickte gegen Mainz 05 zum vierten Mal die gleiche Startelf ins Rennen. Eine Maßnahme, die sich vor 31 078 Zuschauern bewährte.

"Jeder bei uns kennt seine Rolle. Er weiß, wo er den Ball hinspielen muss", erläuterte Abwehrspieler Steve Cherundolo das Erfolgsgeheimnis. "Wir spielen gut nach vorne und sind mit jeder Begegnung sicherer geworden", ergänzte Kapitän Altin Lala. Bestes Beispiel ist sein Teamkollege Silvio Schröter. Der Ex-Cottbusser war nach einem Bänderriss monatelang außer Gefecht gesetzt und fast schon vergessen. Jetzt spielt er seit Wochen auf einem hohen Niveau und erzielte nach der Führung von Thomas Christiansen (35.) auf freche Art den 2:0-Endstand. "Ich wollte zunächst vorlegen. Dann habe ich die lange Ecke ganz frei gesehen und es selbst versucht", schilderte Schröter sein drittes Saisontor in der 51. Minute.

Es war zugleich der 800. Bundesliga-Treffer für Hannover 96. So viele Tore hat der Aufsteiger aus Mainz natürlich noch nicht erzielt. Das 22. Tor von Conor Casey (29.) wurde von Schiedsrichter Helmut Fleischer wegen eines angeblichen Fouls an Per Mertesacker nicht anerkannt. "Es war ein reguläres Tor, das Spiel wäre ganz anders verlaufen", meinte Casey, einer von vier ehemaligen 96-Profis im 05- Team. "Da haben wir wohl Glück gehabt", räumte selbst Lienen ein. Sein Mainzer Kollege Jürgen Klopp sprach von einer "Schlüsselszene", bezeichnete den 96-Sieg aber dennoch als "sehr verdient".

Die ersatzgeschwächten Mainzer kontrollierten nur die ersten 30 Minuten mit ihrem Mittelfeld-Pressing die Partie, blieben aber zum dritten Mal nacheinander ohne Sieg. "Wir haben zwar verloren, aber es hat sich keiner verletzt", sagte Klopp. Die Gesamtsituation des Aufsteigers sahen weder er noch Clubchef Harald Strutz ("Es war nicht unser Tag") als beunruhigend an. "Ich bin völlig entspannt", sagte Klopp, löffelte in Ruhe eine Suppe aus und fuhr zurück in die Karnevalsstadt.

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