"Erfreuliche Überraschung"
Wirkstoff aus Brokkoli tötet Erreger

Neue Hoffnung für Patienten mit Magengeschwüren: Der aus Brokkoli gewonnene Wirkstoff Sulforaphan ist in der Lage, ein für die Erkrankung verantwortliches Bakterium sehr effektiv abzutöten.

wsa HAMBURG. Das berichten Wissenschaftler der Johns Hopkins University und des Centre National de la Recherche Scientifique. Eine Infektion der Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori ist die Hauptursache für Magengeschwüre. Auch Magenkrebs wird durch dieses Bakterium begünstigt.

Ursprünglich interessierten sich die Forscher für den Brokkoli-Wirkstoff, weil sie dessen krebshemmende Eigenschaft untersuchen wollten. In Laborversuchen stellten sie dann fest, dass die Substanz Helicobacter-Bakterien abtötet - auch solche Varianten, die gegen verschiedene Antibiotika resistent waren. "Wir haben zwar bereits gewusst, dass der Stoff eine gewisse antibiotische Wirkung hat", sagt einer der Forscher, "aber dass es auch gegen resistente Bakterien wirksam ist, war eine erfreuliche Überraschung." Das Mittel wirkte sogar gegen Bakterien, die in Zellen eingedrungen waren. In den Zellen können die Erreger in der Magenschleimhaut sonst die antibiotische Standardbehandlung überstehen.

Eine Helicobacter-Infektion kann in etwa 80 % der Fälle durch eine Kombination verschiedener Antibiotika erfolgreich behandelt werden. In Teilen Südamerikas, Afrikas und Asiens sind 80 bis 90 % der Bevölkerung infiziert. Eine antibiotische Behandlung wäre allein aus finanziellen Gründen nicht durchführbar. Für diese Menschen könnte es hilfreich sein, vermehrt einheimische Gemüse mit hohem Sulforaphan-Gehalt zu verzehren. Noch ist allerdings nicht erwiesen, dass der Verzehr von Brokkoli oder anderer Gemüse eine ähnlich effektive antibakterielle Wirkung wie die Reinsubstanz hat.

Quelle: Handelsblatt

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