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Erfreulicher Handelsstart

Freundlicher Handelstag Die Nachrichten aus Washington hätten die Märkte gestern ins Minus getrieben, erklärten einige Händler die Kursverluste des gestrigen Tages. Die in den vergangenen Tagen von Kursgewinnen verwöhnten Anleger hätten von sich aus keine Pause machen wollen.

Vielmehr sei es die gefährdete Mehrheit der Bush-Regierung im US-Senat, die die Anleger zurückhaltend gestimmt habe. Denn der republikanische Senators Jim Jeffords will aus der Fraktion austreten, um möglicherweise zu den Demokraten zu wechseln. Würde Jeffords dies tun, erhielten die Demokraten die Mehrheit im US-Senat. Die endgültige Entscheidungen über Bushs Steuersenkungsprogramm könnte sich somit verzögern. Der Wall Street würde dies schaden. Nach Zeiten steigender Zinsen und drohender Rezession hoffen die Marktteilnehmer, dass die US-Wirtschaft durch die Zinssenkungen und sinkende Steuern wieder angekurbelt wird und Kapital in die Märkte fließt. Sollte Senator Jeffords zu den Demokraten wechseln, dürften Aktien, die von der Bush-Regierung profitierten an Wert verlieren. Die Aktien der Öl-, Pharma- und Tabakwerte könnten dann unter Druck geraten. Bei dünner Nachrichtenlage kehren die Anleger am Morgen gestärkt in den Markt zurück. Die Futures deuten einheitlich ins Plus.

Zu den vorbörslich am meisten gehandelten Titeln gehören die Aktien von Nokia, Cisco und Ciena. Nokia verliert im außerbörslichen Handel an Wert. Zwar bestätigen die Analysten von der Credit Suisse First Boston ihre Empfehlung auf "Kauf", obwohl sich die Aussichten verschlechtert könnten. Die zwei größten Zulieferer von Nokia sprachen auf einer Analystenkonferenz der Credit Suisse von einer unerwartet schleppenden Entwicklung im Funktelefonbereich im zweiten Quartal. Doch ob Lieferanten von Komponenten die Entwicklung der Funktelefonnachfrage vorhersagen können, ist fraglich. Erst in der vergangenen Woche deutete Texas Instruments eine Erholung der Branche an. Nokia ist der größte Kunde für DSP Chips von Texas Instruments. Die Credit Suisse hält an der "aggressiven Kaufempfehlung" weiterhin fest. Selbst wenn die Stückzahlverkäufe nach unten revidiert werden müssen, dürfte Nokia die Ertragsschätzungen für das laufende Quartal einhalten.

Unter Druck geraten dürfte heute die Aktie von Lehman Brothers. Die Aktie wird gleich von zwei Brokerhäusern abgestuft. Nach den soliden Kursgewinnen der letzten Wochen, sei das Papier des Brokerhauses etwas zu teuer geworden. Während die Aktien der meisten Brokerhäuser noch fast 30 Prozent von den Höchstkursen entfernt sind, notiert Lehman Brothers nur acht Prozent vom Top entfernt. Sowohl die Analysten der Credit Suisse als auch von Merrill Lynch stufen den Konkurrenten auf "halten" ab.

Priceline verliert ebenfalls vorbörslich. Delta Airlines verkauft einen Teil der Anteil an Priceline. Die Fluggesellschaft hat bei der Börsenaufsicht SEC Verkaufsabsichten veröffentlicht. Dabei sollen fünf Millionen Aktien "so schnell wie möglich" auf den Markt gebracht werden. Dieser Anteil würde bei dem derzeitigen Aktienkurs rund 26 Millionen Dollar einbringen. Delta hält eine Beteiligung an Priceline von knapp 14 Prozent. Priceline zeigte sich den Verkaufsabsichten gegenüber gelassen. Dies sei ein normaler Vorgang, hieß es. Die Aktie von Priceline bewegte sich in den vergangenen Monaten in einer sehr großen Spanne von einem bis zu 50 Dollar. Das Papier hat sich seit Jahresanfang um 300 Prozent verbessert.

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